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Umfrage zur Offshore-Windenergie

Die Deutschen unterschätzen das Potenzial moderner Windparks auf See

Die Energieversorgung ist seit einigen Jahren wieder stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt. Dabei geht es um Preise, Versorgungssicherheit und die Frage, wie Deutschland seine Abhängigkeit von Importen verringern kann. Eine repräsentative Studie im Auftrag von Ørsted zeigt nun, wie die Bevölkerung die aktuelle Lage einschätzt. Viele Befragte erkennen zwar die Bedeutung erneuerbarer Energien. Bei den Kosten und der Leistungsfähigkeit von Offshore-Windparks weicht die Wahrnehmung jedoch teils deutlich von der Realität ab.

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Die Leistungsfähigkeit moderner Offshore-Windparks wird häufig unterschätzt | Bild: Ørsted

Grundlage der Untersuchung ist eine Befragung von mehr als 6.000 Menschen in sechs europäischen Ländern, darunter Deutschland. Sie gibt Aufschluss darüber, wie die Bevölkerung erneuerbare Energien einschätzt und an welchen Stellen Wissenslücken bestehen – mit besonderem Fokus auf die Offshore-Windenergie.

Eine zentrale Frage der Studie war, wie die Menschen die Abhängigkeit ihres Landes von Energieimporten einschätzen. Die Zahlen von Eurostat verdeutlichen die Größenordnung: 2024 lag der Anteil der Nettoimporte am deutschen Energieverbrauch bei rund 67 Prozent. Im EU-Durchschnitt waren es 57 Prozent.

Dass Deutschland seinen gesamten Bedarf an Strom, Kraftstoffen, Heizenergie und industriell genutzter Energie nicht aus heimischen Quellen decken kann, ist vielen Menschen grundsätzlich bewusst. 66 Prozent der Teilnehmenden aus Deutschland gaben an, dass die verfügbaren Energieressourcen dafür nicht ausreichen. Das tatsächliche Ausmaß der Abhängigkeit wird jedoch häufig unterschätzt: Mehr als vier von fünf Befragten schätzten den Anteil importierter Energie falsch ein. Damit zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen dem allgemeinen Problembewusstsein und dem Wissen über die tatsächliche Importabhängigkeit.

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Hohe Zustimmung zum Ausbau erneuerbarer Energien

Die gute Nachricht: Auch wenn viele Befragte die Importabhängigkeit zu niedrig ansetzen, messen sie dem Ausbau erneuerbarer Energien eine große Bedeutung bei. Insgesamt 82 Prozent der Teilnehmenden in Deutschland halten den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen für eher wichtig oder sehr wichtig.

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Diese Zustimmung trifft auf eine energiepolitische Ausgangslage, in der heimische Erzeugungskapazitäten an Gewicht gewinnen. Erneuerbare Energien können den Import fossiler Energieträger verringern und zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Offshore-Windenergie nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Große Windparks auf See können erhebliche Strommengen bereitstellen und erreichen aufgrund der dortigen Windverhältnisse eine stabile Erzeugung.

Kosten der Stromerzeugung werden häufig falsch eingeschätzt

Wie wettbewerbsfähig diese Form der Stromerzeugung inzwischen ist, scheint in der Bevölkerung allerdings noch wenig bekannt zu sein. In der Studie sollten die Befragten fünf Energiequellen nach den Kosten für Bau und Stromerzeugung ordnen: Solarenergie, Windenergie an Land und auf See, Gas sowie Atomenergie. 46 Prozent hielten Solarenergie für die günstigste Energiequelle. 18 Prozent setzten Atomenergie auf den ersten Platz, 10 Prozent Onshore-Windenergie und 8 Prozent Gas. Lediglich 7 Prozent entschieden sich für Offshore-Windenergie.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Offshore-Windenergie wird häufig unterschätzt. | Bild: Ørsted

Der tatsächliche Kostenvergleich ergibt eine andere Reihenfolge. Während Solarenergie auch im Kostenvergleich an erster Stelle steht, folgen Onshore- und danach Offshore-Windenergie. Atomenergie liegt hinter Gas auf dem letzten Platz. Offshore-Windenergie schneidet damit deutlich besser ab, als es die Einschätzungen der Befragten vermuten lassen.

Moderne Offshore-Windparks leisten mehr als viele vermuten

Hier zeigt sich ein Muster, das sich auch durch weitere Bereiche der Studie zieht: Die Offshore-Windenergie wird generell eher unterschätzt. Auch bei der Frage, wie häufig Windparks auf See Strom erzeugen, ordneten lediglich 13 Prozent den Wert korrekt im Bereich zwischen 81 und 100 Prozent ein. Tatsächlich produzieren Offshore-Windparks rund 91 Prozent der Zeit Strom.1 Das bedeutet nicht, dass sie jederzeit ihre volle Nennleistung erreichen. Es zeigt jedoch, dass die Anlagen über weite Teile des Jahres Strom bereitstellen können.

Orsted

Auch die Größenordnung moderner Projekte wird häufig zu niedrig angesetzt. Aktuell neu gebaute oder im Bau befindliche Offshore-Windparks können rechnerisch bereits über eine Million Haushalte versorgen. Nur 17 Prozent der Befragten ordneten die Versorgungskapazität richtig ein. Knapp die Hälfte ging von einer geringeren Zahl aus.

Lebensdauer und Klimabilanz werden unterschätzt

Ähnlich groß sind die Wissenslücken bei der möglichen Betriebsdauer. Nach aktuellen technischen Prognosen könnten Offshore-Windparks bis zu 35 Jahre betrieben werden. Lediglich 2 Prozent der Befragten schätzten diesen Zeitraum korrekt ein, während 70 Prozent von einer kürzeren Laufzeit ausgingen.

Moderne Offshore-Windparks sind für einen jahrzehntelangen Betrieb ausgelegt. | Bild: Ørsted

Die Betriebsdauer ist eine wichtige Größe für die Klimabilanz. Denn ein großer Teil der Emissionen entsteht bei der Herstellung der Komponenten, ihrem Transport und der Installation auf See. Dem stehen mehrere Jahrzehnte Stromerzeugung gegenüber, in denen der Windpark Emissionen aus fossilen Energieträgern vermeiden kann. Gemessen an dieser Laufzeit erfolgt die CO2-Amortisation vergleichsweise schnell: Bereits nach etwa sechs bis zwölf Monaten übersteigen die vermiedenen Emissionen die anfängliche Belastung. In der Bevölkerung wird dieser Zeitraum jedoch deutlich überschätzt. 95 Prozent der Befragten gingen von einer längeren Dauer aus oder konnten keine Einschätzung abgeben.

Worauf es den Deutschen bei Energie ankommt

Trotz dieser Fehleinschätzungen decken sich die Erwartungen an die Energieversorgung vieler Befragter in mehreren Punkten mit dem, was Offshore-Windenergie leisten kann. Das zeigt der Blick auf die Kriterien, die ihnen besonders wichtig sind. Zuverlässigkeit steht mit 29 Prozent an erster Stelle, dicht gefolgt von der Bezahlbarkeit mit 27 Prozent. Für 19 Prozent hat die Klima- und Umweltverträglichkeit Vorrang. Energieunabhängigkeit nennen 11 Prozent, eine Erzeugung in Deutschland 8 Prozent. Arbeitsplätze und positive wirtschaftliche Auswirkungen sind für 4 Prozent ausschlaggebend.

Die Ergebnisse rücken daher weniger die grundsätzliche Zustimmung zu erneuerbaren Energien als den Wissensstand über einzelne Technologien in den Mittelpunkt. Bei der Offshore-Windenergie weicht das Bild vieler Befragter in wesentlichen Punkten von ihren tatsächlichen Möglichkeiten ab. Auch aus diesem Grund verdient die Offshore-Windenergie in der Debatte über Deutschlands künftige Energieversorgung mehr Aufmerksamkeit.

 

1 Durchschnittswerte auf der Grundlage von Daten ausgewählter Ørsted

Ørsted ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von Offshore-Windparks, mit Fokus auf den europäischen Markt. Mit 35 Jahren Erfahrung in der Offshore-Windkraft hat Ørsted 10,2 GW Offshore-Kapazität installiert und weitere 8,1 GW sind derzeit im Bau. In Deutschland ist Ørsted mit einer Kapazität von 2,5 GW Markführer im Bereich Offshore-Wind. Zu der insgesamt installierten Kapazität der erneuerbaren Energien von über 18 GW in Europa, in der Asien-Pazifik-Region und in Nordamerika, zählen außerdem Onshore-Windkraft, Solarstrom, Energiespeicher- und Bioenergieanlagen sowie der Energiehandel. Ørsted gilt als eines der global führenden Unternehmen für Nachhaltigkeit, mit der Vision einer Welt, die vollständig auf grüne Energie setzt. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Dänemark. Weltweit beschäftigt Ørsted rund 7.700 Mitarbeiter*innen, davon rund 320 in Deutschland.

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