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Erfolgreiche Nachfolgeplanung für KMU

Erfolgreiche Nachfolgeplanung für KMU: Strategien für Führung

Nicht das Kapital, sondern das Führungsteam entscheidet: So handeln PE-Investoren und CHROs zielführender

Erfolgreiche Unternehmensnachfolgen und M&A-Transaktionen erfordern Führungspersönlichkeiten, die Strategie, Transformation und Unternehmenskultur zusammenführen. Bildquelle: Canva Pro

Warum scheitert das Management nach der Unternehmensübernahme? Diese Frage dreht in PE-Kreisen große Runden, was zeigt: Der Management Mismatch im Private-Equity-Kontext ist kein Einzelfall, sondern ein Systemproblem. Zwischen Exit-Druck, Generationenwechsel und KI-Transformation ist nicht das Kapital der zentrale Erfolgsfaktor. Vielmehr wird die passende C-Level-Besetzung nach Übernahme zum wertvollsten Kapital für zukunftsfähige PE-Portfoliounternehmen – mit Betonung auf „passend“.

Viele M&A-Transaktionen und Nachfolgeregelungen im Mittelstand stehen weder vor finanziellen noch strategischen Herausforderungen. Dennoch scheitern sie: Am Management, an mangelnder KI-Kompetenz und an einer unzureichenden Due Diligence in dieser Hinsicht. Die Anforderungen an Führungskräfte im M&A-Umfeld werden dabei systematisch unterschätzt.

KMU und Private-Equity-Investoren trifft diese Problematik mit zunehmendem Impact, denn der deutsche Mittelstand befindet sich in einem umfassenden Wandel. Die Zahlen sind eindeutig und alarmierend: Eine fortlaufende Entwicklung, die Hager Consulting seit 30 Jahren beobachtet.

Exit-Stau und stockende Nachfolgeplanung im Mittelstand

Die Nachfolgeplanung im Mittelstand entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Führungsaufgabe mit hoher Relevanz für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Bildquelle: Canva Pro

Bis Ende 2026 stehen in Deutschland fast 190.000 Unternehmensnachfolgen an. Gleichzeitig gehen in den kommenden Jahren mehr als 800.000 Führungskräfte in den Ruhestand. Das geht aus verschiedenen Studien* hervor. Was in der öffentlichen Debatte oft als demografische Randnotiz behandelt wird, ist für mittelständische Unternehmen und PE-Investoren ein massives strukturelles Risiko.

Jede Transformation, jeder M&A-Prozess und jede Nachfolgeplanung dreht sich im Kern um die Fragestellung: Fügt sich das Management in den Kontext ein? Wie kann der Führungswechsel nach Private Equity Einstieg in Deutschland gelingen? Welche Kompetenzprofile sind in der C-Level-Besetzung nach Übernahme gefragt? Zumindest sollten dies die zentralen Planungsaspekte sein, doch die Praxis sieht meist anders aus. Insbesondere bei der Nachfolge von Führungskräften im Mittelstand ist diese Problematik äußerst präsent.

Hauptsache fachlich kompetent? Fehlbesetzung als unterschätzter Deal-Killer

Etliche M&A und Unternehmensnachfolgen in Deutschland gipfeln im Bruch – in den meisten Fällen aus einem gemeinsamen Grund. Die Erfahrung zeigt: Management-Mismatch ist die häufigste, teuerste und gleichzeitig meistunterschätze Erfolgsbarriere. PE-Investoren & CHROs müssen ihren Blick dahingehend schärfen, welche Führungsprofile situativ, zeitgemäß und langfristig funktionieren.

„Schuster, bleib bei deinem Leisten“ – Dieses uralte Sprichwort behält auch im modernsten Kontext seine Relevanz, vor allem in M&A-Situationen mit fehlbesetzten Führungskräften. Wer seine Kompetenz in stabilen Strukturen unter Beweis stellen konnte, ist nicht automatisch für dynamische Transformationsprozesse prädestiniert. Vor allem im Management von PE-Portfoliounternehmen können derartige Fehlannahmen und unterstellte Kompetenzen schnell zum Deal-Killer werden, denn Wertschöpfung, Skalierung und Exit-Erfolg sind hier unmittelbar von der Führung abhängig. Das Management von Private Equity Portfoliounternehmen wird damit zur entscheidenden Triebfeder.

Gamechanger vor! Neuer Pragmatismus statt veralteter Praxis

Tradierte Muster sind in Nachfolgen, Übernahmen und der Executive Search für PE-Portfoliounternehmen im DACH-Raum nicht immer gute Berater. Streng Organigramm-orientierte Denkweisen wie eine zwingende interne C-Level-Besetzung oder der logische nächste Karriereleiterschritt von der Fach- zur Führungskraft sollten ad acta gelegt werden.

Der Teamälteste oder -beste hat nicht automatisch Führungskompetenz oder gar den Wunsch, seine operative Tätigkeit gegen die strategische Verantwortung einzutauschen. Persönliche Motivation und fachliche Ambitionen sind schwerwiegende Faktoren, die häufig nicht angemessen berücksichtigt werden. 

C-Level mit KI-Kompetenz: Zauderer? Nein danke!

Lässt man den Blick schweifen – über fähige Fachkräfte aus den eigenen Reihen hinaus – so ist bereits seit 2025 eine grundlegende Verschiebung der C-Level-Anforderungen in Richtung KI-Transformation immer deutlicher erkennbar. Die rasante Entwicklung von datengetriebenen Geschäftsmodellen und KI-Kompetenz im Vorstand stellt klassische Management-Muster auf den Prüfstand. 

Digitalisierung und künstliche Intelligenz: Das betrifft nicht nur die Nachfolgeplanung für Geschäftsführer in Tech-Unternehmen, sondern erstreckt sich im Mittelstand branchenübergreifend. Erfahrungen und Fachkenntnisse allein reichen nicht mehr aus.

Gefragt sind heute Kandidaten, die technologischen Fortschritt nicht nur verstehen und begrüßen, sondern aktiv in Geschäftsmodelle übersetzen können. Hier stoßen viele Führungskräfte aus etablierten Strukturen an ihre Grenzen. Sie können optimieren, aber sind sie auch transformationsfähig? 

 

„KI-Kompetenz im Vorstand ist 2026 keine Kür mehr. Wer das noch als Nice-to-have behandelt, wird spätestens beim nächsten Exit merken, was das gekostet hat."
Martin Krill, CEO HAGER Executive Consulting

Private Equity Führungswechsel: Unter Druck entstehen Diamanten, aber keine Führungskräfte

Private-Equity-Investoren stehen unter zunehmendem Handlungsdruck von außen. Ein wachsender Exit-Stau trifft auf volatile Märkte und steigende Anforderungen an operative Exzellenz. Spätestens hier offenbaren sich die Schwachstellen vieler Prozesse, die zwar etabliert, aber ebenso überholt sind. 

„Private Equity optimiert alles – Kapitalstruktur, Prozesse, Märkte. Das Management wird dabei oft als gegeben betrachtet. Das ist der teuerste Denkfehler, den wir in der Praxis sehen."
Martin Krill, CEO HAGER Executive Consulting

Im Rahmen der Due Diligence werden Märkte, Zahlen und Strukturen präzise analysiert – doch dieses Sichtfeld ist eingeschränkt. Die entscheidende Frage nach der tatsächlichen Führungskompetenz im Transformationskontext bleibt dagegen oft unter dem Radar. Das Ergebnis: Der Führungswechsel in der Transformation wird zur Notmaßnahme unter Zugzwang – statt von der Pike auf in der Investmentstrategie verankert zu sein.

Nachhaltige Nachfolge: Strategiehebel statt HR-Task

Martin Krill, CEO HAGER Executive Consulting

Für den deutschen Mittelstand ist die Situation der Nachfolgeplanung im stark transformationsgeprägten Kontext besonders herausfordernd. Der mittelständische Führungswechsel folgt oft eingefahrenen Mustern, die modernen Anforderungen nicht mehr standhalten.

Allzu häufig betrachten Unternehmen die Nachfolgeplanung als operative Aufgabe und erkennen noch nicht die strategische Tragweite für eine zukunftsfähige Ausrichtung. Eine isolierte Betrachtung der Geschäftsführer-Nachfolge wird der ihrer wahren Bedeutung nicht in vollem Maße gerecht, insbesondere in technologiegetriebenen Unternehmen.

Zukunftsfähiges Lenken erfordert neues Denken

Die zentrale Erkenntnis ist unbequem, liegt aber auf der Hand: Managemententscheidungen müssen früher, präziser und konsequenter getroffen werden. Mittelständische Unternehmen sollten ihre Nachfolge nicht als Übergabe, sondern als Transformation betrachten.

Für Private-Equity-Investoren gilt, die Führung nicht mehr als nachgelagerten Faktor zu behandeln, sondern die Besetzung vielmehr als tragende Säule der Investmentlogik zu integrieren. CHROs sollten sich stärker als strategische Partner positionieren und ihren Fokus weg vom Lebenslauf hin zur Passung richten.

Die eigentliche Herausforderung liegt dabei nicht im Finden und Gewinnen fachlich versierter Führungskräfte. Es geht vielmehr um das Erkennen, welche Profile unter neuen Rahmenbedingungen tatsächlich funktionieren. Denn eines zeigt sich immer deutlicher: Nicht das Kapital entscheidet über den Erfolg einer Transaktion, sondern die Menschen, die daraus ein funktionierendes System machen.

* Quellen:
https://www.ifm-bonn.org/fileadmin/data/redaktion/publikationen/daten_und_fakten/dokumente/Daten-und-Fakten-27_2021.pdf

https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2026/Fokus-Nr.-526-Januar-2026-Nachfolge-Monitoring.pdf

 

Impressum:

HAGER Executive Consulting GmbH
Zur Charlottenburg 3
60437 Frankfurt am Main

T: +49 69 95092-0
F: +49 69 95092-111
@: info@hager-consulting.com 
hager-consulting.com

Registereintrag: Handelsregister des Amtsgericht Frankfurt am Main, Registernummer: HRB 55388
Geschäftsführer: Martin Krill
Umsatzsteuer-ID gemäß § 27a UStG: DE224279628
Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 18 Abs. 2 MStV: Martin Krill

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