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Deutschlands Verkehrsinfrastruktur steht vor einer gewaltigen Modernisierungsaufgabe. Copyright: iStock
In Deutschland müssen viele Brücken und Verkehrswege erneuert werden. Ein Großteil der Bauwerke ist Jahrzehnte alt und wurde für andere Lastannahmen geplant. Der Bedarf an Sanierungen und Ersatzneubauten wächst – häufig parallel im Straßen- und Schienennetz. Dadurch steigen der Planungsaufwand sowie Zeit- und Kostendruck. Gleichzeitig geht es um erhebliche Investitionen, die über Jahre gebunden sind. Die Verlässlichkeit von Verkehrsachsen ist dabei ein Standortfaktor.
In der Umsetzung rückt der laufende Betrieb stärker in den Mittelpunkt. Verkehrseinschränkungen sind früh festgelegt und auf begrenzte Zeitfenster verteilt. Planung, Bauablauf und Tragwerk müssen deshalb präzise zusammenpassen. Auftraggeber erwarten eine lückenlose Dokumentation und nachvollziehbare Entscheidungen. Hinzu kommt, dass viele Erneuerungsmaßnahmen parallel und in fest definierten Zeitfenstern geplant und umgesetzt werden.
Spezialisierte Softwarelösungen unterstützen diese modellbasierte Arbeitsweise, indem sie Geometrie, Bauabläufe und Projektinformationen in digitalen Modellen zusammenführen. Ein Beispiel dafür ist ALLPLAN, eine auf Infrastruktur- und Ingenieurbau ausgerichtete BIM-Plattform. In der Lösung werden Geometrie und Projektinformationen in digitalen Modellen zusammengeführt. So können Eingriffe transparent vorbereitet und Änderungen nachvollziehbar dokumentiert werden.
Brücken gehören zu den linearen Bauwerken und folgen Achsen, Trassen und Querungen. Die Planung orientiert sich stärker an Topografie, Lichtraum und Anschlussbereichen. Entlang der Strecke entstehen zahlreiche Abhängigkeiten. Ein angepasstes Gefälle oder eine Verschiebung der Achse wirkt sich auf Entwässerung, Überbau sowie Detailpunkte aus. Im Hochbau stehen hingegen häufig Ebenen und klar abgegrenzte Räume im Vordergrund.
Diese Rahmenbedingungen erhöhen den Abstimmungsbedarf zwischen Disziplinen und Bauphasen. Jede Bauetappe verändert die Lastsituationen und Randbedingungen im Betrieb. Daraus ergeben sich Anforderungen an den Variantenvergleich, eine klare Ableitbarkeit der Ausführung und eine konsistente Dokumentation. Die Planung profitiert von einer Darstellung, die Geometrie, Bauteile und Informationen in einem Modell zusammenführt. Das unterstützt die Zusammenarbeit von der Planung bis zur Ausführung.
Klassische Pläne bleiben im Brückenbau ein verlässlicher Standard für Genehmigung und Ausführung. Der zusätzliche Aufwand entsteht dort, wo Geometrie, Nachweise und Ausführungsdetails in getrennten Dokumentenwelten gepflegt werden. Brückenprojekte erzeugen dabei viele voneinander abhängige Planstände – von Achse und Querschnitt bis zu Bewehrung, Schalung und Bauzuständen.
In dokumentenbasierten Abläufen werden Informationen zwischen Planung, Tragwerksbemessung und Ausführungsplanung häufig über Übergaben und Ableitungen weitergegeben. Damit wächst die Zahl der Abgleiche: Stimmen Planstand, Nachweise, Listen und Details noch überein? Änderungen wirken dann nicht nur „lokal“, sondern erfordern eine kontrollierte Fortschreibung in mehreren Unterlagen. Das bindet Kapazitäten, weil Konsistenz und Prüfbarkeit systematisch abgesichert werden müssen.
In Bestandsprojekten kommt hinzu, dass Aufmaß, Scans, Bauwerksakten und Zustandsberichte oft in unterschiedlichen Formaten vorliegen. Eine hohe Planungsqualität entsteht, wenn diese Informationen strukturiert zusammengeführt und über den Projektverlauf hinweg fortgeschrieben werden. Genau an dieser Stelle gewinnt die modellbasierte Arbeitsweise an Bedeutung, da sie Informationen objektbezogen im Modell verknüpft.
So unterstützt ALLPLAN modellbasiertes Arbeiten im Brückenbau
Infrastrukturprojekte wie Brückenbauwerke stellen hohe Anforderungen an Planung, Koordination und Bauablauf. Copyright: iStock
Building Information Modeling (BIM) etabliert sich zunehmend als strategisches Steuerungsinstrument für komplexe Infrastrukturprojekte. Die Methode strukturiert Planungs- und Projektdaten so, dass Entscheidungen belastbarer, Abläufe transparenter und Investitionen besser kalkulierbar werden.
Das zahlt sich in Planung, Bauvorbereitung und späteren Maßnahmen gleichermaßen aus.
Das Modell unterstützt damit auch die Projektkontrolle: Bauzustände, Mengen und Terminabläufe lassen sich konsistent ableiten und für Variantenentscheidungen sowie Termin- und Kostensteuerung nutzen. In öffentlich finanzierten Projekten gewinnt zudem die revisionssichere Dokumentation an Bedeutung, da Entscheidungen, Änderungen und Planstände nachvollziehbar belegbar bleiben müssen. Da Informationen objektbezogen fortgeführt werden, entsteht außerdem eine Grundlage, die über die Bauphase hinaus für Betrieb und Instandhaltung anschlussfähig bleibt.
Digitale Modelle wirken im Brückenbau dort am stärksten, wo viele Detailfragen zeitnah entschieden werden: bei der Datengrundlage, in der Ausführungsplanung und an Schnittstellen. Die folgenden drei typischen Szenarien zeigen konkrete Arbeitsschritte, die in Projekten regelmäßig anfallen.
Bei einer Sanierung liegt häufig eine Punktwolke aus Laserscans vor, ergänzt durch Achsdaten, Bestandspläne und Bauwerksakten. Aus diesen Quellen entsteht ein Bestandsmodell mit klaren Bauteilgrenzen: Überbau, Pfeiler, Widerlager, Lagerbereiche und Kappen. Auffälligkeiten wie Verformungen, Bauteilversätze oder geänderte Einbausituationen lassen sich im Modell verorten und sauber dokumentieren. Varianten für Eingriffe – etwa Verstärkungen, Austausch von Lagern oder Kappensanierung – bauen dann auf eindeutig referenzierten Bauteilen auf.
In der Ausführungsplanung werden Bauteile im Modell so aufgebaut, dass Schalungsflächen, Bauteilkanten und Takt- oder Bauabschnitte eindeutig definiert sind. Darauf aufbauend lassen sich Bewehrungen positions- und objektbezogen modellieren, inklusive Biegeformen, Durchmessern und Verlegebereichen. Pläne, Schnitte und Listen werden aus denselben Bauteilen abgeleitet, sodass Planstand und Mengengerüst zusammenpassen. Änderungen an Querschnitt, Bauteilhöhen oder Bauabschnitten lassen sich zielgerichtet nachziehen, da die Zuordnung im Modell erhalten bleibt.
Viele Konflikte sitzen an wiederkehrenden Punkten: im Bereich von Lagern und Übergangskonstruktionen, an Entwässerungsleitungen, bei Aussparungen, Einbauteilen und Anschlussdetails. Modellbasierte Kollisionsprüfungen machen diese Engstellen als konkrete Überschneidungen sichtbar, zum Beispiel zwischen Bewehrung und Einbauteilen oder zwischen Leitungsführung und Betonquerschnitt. Das erleichtert die Abstimmung in der Detailplanung, da Entscheidungen direkt am Bauteil getroffen und dokumentiert werden. Schnittstellen zu angrenzender Infrastruktur bleiben dabei nachvollziehbar, etwa bei Geländeranschlüssen oder Entwässerungsauslässen.
Bei Brücken- und Infrastrukturprojekten ergeben sich die Anforderungen an eine Software vor allem aus der Geometrie, der Tragwerkslogik sowie den Schnittstellen zur Ausführung. Entscheidend ist, dass sich Geometrie, Ausführungsplanung und der Austausch mit anderen Disziplinen in einem verlässlichen Prozess abbilden lassen. Hinzu kommen Projektgrößen und Teamarbeit, die eine stabile Datenhaltung und saubere Übergaben verlangen. Daraus lassen sich Kriterien formulieren, die eine geeignete Software erfüllen sollte:
Diese Kriterien sind im Brückenbau deshalb so relevant, weil kleine Änderungen selten isoliert bleiben. Sie wirken sich auf Querschnitte, Details, Mengen und Unterlagen aus und betreffen häufig mehrere Beteiligte zugleich. Wenn eine Software die genannten Anforderungen zuverlässig abdeckt, lassen sich solche Wechselwirkungen fachlich sauberer beherrschen. Im Projektverlauf unterstützt das eine konsistentere Führung von Versionen und Ableitungen.
Spezialisierte Lösungen im Brücken- und Ingenieurbau setzen an einer typischen Projektrealität an: Geometrie, Bauablauf und Tragwerkslogik greifen eng ineinander, und daraus sollen belastbare Unterlagen entstehen. ALLPLAN ist auf Brücken- und Infrastrukturplanung ausgerichtet und nutzt das digitale Modell als fachlichen Bezugspunkt für Planung und Ableitungen.
Im Projektalltag steht dabei die durchgängige Führung von Planständen im Vordergrund. Wenn Bauzustände, Varianten und Detailänderungen in kurzen Abstimmungszyklen bearbeitet werden, hilft eine konsistente Modellbasis, Abstimmungen nachvollziehbar zu halten und Entscheidungen sauber zu dokumentieren. Das schafft eine belastbare Grundlage für Zusammenarbeit und Steuerung – von der Planung bis in die Ausführungsphase.
Die technische Grundlage bilden ein interdisziplinäres 4D-Modell und eine gemeinsame Datenumgebung. Für Berechnung und Nachweise kann aus der Geometrie ein Statikmodell abgeleitet werden, verbunden mit Bewehrungsplanung und Nachweisführung. So entsteht ein konsistenter Ablauf vom Brückenmodell über Bauzustände bis zu abgeleiteten Ausführungsunterlagen.
Digitale Modelle schaffen im Infrastrukturbau Transparenz, indem sie Geometrie und Projektinformationen in einer konsistenten Sicht zusammenführen. Planstände lassen sich nachvollziehbar führen, Änderungen bleiben klar zugeordnet und Übergaben werden strukturierter vorbereitet. Das unterstützt Auftraggeber und Planungsbeteiligte dabei, Projekte auch unter komplexen Randbedingungen verlässlich zu steuern.
Gleichzeitig entstehen bessere Entscheidungsgrundlagen, weil Varianten, Bauzustände und Eingriffe auf einer belastbaren Datenbasis bewertet werden können. Abstimmungen werden konkreter, da räumliche und inhaltliche Zusammenhänge direkt sichtbar sind. Damit wächst die Qualität von Planung und Ausführung und der Aufwand für nachträgliche Klärungen sinkt.
Der Nutzen reicht über die Bauphase hinaus. Wenn Informationen objektbezogen fortgeführt werden, entstehen Grundlagen für Betrieb, Prüfzyklen und Instandhaltung, die in späteren Maßnahmen direkt anschlussfähig sind. So wird BIM zu einem Baustein für eine Infrastruktur, die langfristig planbar, dokumentiert und weiterentwickelbar bleibt.
Wer mehr zur modellbasierten Brückenplanung erfahren möchte, kann sich individuell beraten lassen und ALLPLAN kennen lernen.
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