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Gastbeitrag

Das Zeitalter der punktgenauen Prävention beginnt

Zielgruppengerechte Ansprache und Therapien heben die Gesundheitsversorgung auf das nächste Level. Um zu verstehen, wie dieses Vorhaben gelingen kann, genügt ein Blick in soziale Netzwerke, sagt Digital-Health-Expertin Inga Bergen.

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Der One-Size-fits-all-Ansatz ist nicht mehr zeitgemäß. Foto: Adobe Stock

One Size fits all? In der Medizin galt das lange, etwa in klinischen Studien, in denen der einzelne Mensch eigentlich unsichtbar ist und in einer Kohorte verschwindet. Diese Herangehensweise muss angesichts zunehmender technologischer Möglichkeiten hinterfragt werden.

Die Ära der digitalen Gesundheit und Präzisionsprävention verlangt nach einem Paradigmenwechsel, bei dem das Gesundheitswesen die gleiche Agilität und den gleichen Fokus auf individuelle Bedürfnisse zeigt, wie es von führenden Technologieunternehmen vorgelebt wird. Jeder Social-Media-Feed ist individuell abgestimmt, gestaltet von Algorithmen, die Bezug nehmen auf die Nutzungshistorie. Derselbe Individualisierungsgrad sollte auch im Gesundheitswesen möglich sein.

Die Ära der digitalen Gesundheit und Präzisionsprävention verlangt nach einem Paradigmenwechsel, bei dem das Gesundheitswesen die gleiche Agilität und den gleichen Fokus auf individuelle Bedürfnisse zeigt, wie es von führenden Technologieunternehmen vorgelebt wird. Jeder Social-Media-Feed ist individuell abgestimmt, gestaltet von Algorithmen, die Bezug nehmen auf die Nutzungshistorie. Derselbe Individualisierungsgrad sollte auch im Gesundheitswesen möglich sein.

Die Macht der Segmentierung: Von der Masse zur Personalisierung

Tech-Unternehmen haben längst erkannt, dass ein One-Size-fits-all-Ansatz nicht mehr zeitgemäß ist. Statt alle Menschen gleich anzusprechen, setzen sie auf Segmentierung, um ihre Produkte und Dienstleistungen gezielt auf spezifische Nutzergruppen zuzuschneiden. Im Gesundheitswesen bedeutet dies, dass wir nicht mehr von einer homogenen Patientenschaft ausgehen können. Stattdessen müssen wir die Vielfalt der Bedürfnisse, Präferenzen und Lebensumstände berücksichtigen, um maßgeschneiderte Lösungen anzubieten – das aber eben skalierbar mit Hilfe von Technologie. Wir wissen ja, dass Social Media süchtig machen kann – was wäre, wenn wir die gleichen Trigger für das Thema Prävention nutzen könnten?

Beispiel 1: Prävention und Früherkennung

Als ich begann, mich mit digitaler Prävention zu befassen, hörte ich oft den Satz „Prävention funktioniert nicht“. Stellen wir uns aber vor, ein Gesundheitsdienstleister möchte präventive Maßnahmen für Herzkrankheiten anbieten. Durch die Segmentierung kann er gezielt Personen ansprechen, die aufgrund ihres Lebensstils oder ihrer genetischen Veranlagung einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Die Menschen können so angesprochen werden, dass sie auch erreicht werden können – auf welche Inhalte diese Menschen reagieren, versteht man aufgrund des Rücklaufs der erhobenen Daten. Mithilfe von Gesundheitsdaten und Wearable-Technologien können individuelle Präventionsstrategien entwickelt werden. Um das zu erreichen, braucht es auch einen Paradigmenwechsel in der Regulatorik, die das heute kaum ermöglicht – insbesondere bei digitalen Medizinprodukten.

Beispiel 2: Chronische Krankheitsbewältigung

Wenn wir über Prävention sprechen, sollten wir Sekundärprävention nicht außer Acht lassen. Viele Menschen sind nach einer Diagnose offen für Veränderungen und dieses Zeitfenster muss optimal genutzt werden. Patient:innen mit chronischen Erkrankungen hilft kontinuierliche Unterstützung. Hier kann die Segmentierung dazu beitragen, Gruppen mit ähnlichen Bedürfnissen zu identifizieren, sei es bei der Bewältigung von Diabetes, Asthma oder psychischen Gesundheitsproblemen. Digitale Plattformen können personalisierte Ressourcen, Anleitungen und Kommunikationswege bereitstellen, um eine effektive Selbstverwaltung zu fördern. Dazu muss der Zugang einfach sein – hier kommen auch Apps auf Rezept (Digitale Gesundheitsanwendungen) ins Spiel, die zukünftig sofort nutzbar sein sollten – ohne dass Nutzer:innen einen umständlichen Code erfragen müssen.

Die Kunst der individuellen Ansprache: Vertrauen und Empathie

Es klingt paradox: Statt unpersönlicher Arztbesuche können Telemedizin und virtuelle Betreuung eine individuellere Verbindung zwischen Patient:innen und Gesundheitsdienstleistern herstellen. Durch Videoanrufe und sichere Messaging-Plattformen können Patient:innen Fragen stellen, Bedenken teilen und sich unterstützt fühlen, ohne physisch anwesend sein zu müssen.

Auch Gesundheits-Apps bieten die Möglichkeit, auf die Bedürfnisse einzelner Patient:innen einzugehen. Basierend auf ihren Gesundheitsdaten und Präferenzen können personalisierte Inhalte, Ernährungsempfehlungen und Bewegungspläne bereitgestellt werden. Diese Ansätze erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Patient:innen die Empfehlungen akzeptieren und in ihren Alltag integrieren.

Um diese Patientensegmentierung und individuelle Ansprache erfolgreich umzusetzen, müssen wir die menschliche Seite der Technologie betonen. Humanzentrierung bedeutet, die Bedürfnisse, Emotionen und Erwartungen der Patient:innen in den Mittelpunkt zu stellen und die Technologie als Werkzeug zur Verbesserung ihrer Gesundheit zu nutzen.

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