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Health-i Preisverleihung 2023

„Alle hätten den ersten Preis bekommen können“

Die Preisträger:innen der Health-i Awards 2023 stehen fest: In Hamburg kürte die Jury die Top-3 aus weit mehr als 120 Bewerbungen. Was bei der Preisverleihung wichtig war.

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Die Auszeichnung für digitale Innovation zum Wohl von Patient:innen wird in einer gemeinsamen Initiative von der Techniker Krankenkasse und dem Handelsblatt verliehen. | Foto: Marc-Steffen Unger

Wo Bewegung und Veränderung einen Platz haben, entsteht immer etwas Neues. Logisch, dass sich im achten Jahr der Health-i Initiative eine ganze Menge getan hat. Denn der Gesundheitsmarkt ist in Bewegung. Und was für das große Ganze gilt, hat auch im Kleinen bei der Health-i Preisverleihung im Hamburger Digitalpavillon Hammerbrookly seine Gültigkeit behalten.

Erstmals in ihrer Geschichte hat sich die gemeinsame Health-i Initiative von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse in diesem Jahr allein auf Start-ups fokussiert, die einen digitalen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten. Und erstmals war Schluss mit einer klassischen Preisverleihung. Bühne, Stuhlreihen und steifes Award-Programm: passé. Stattdessen gab es drei Bühnen, drei Ebenen und natürlich drei Gewinner-Teams. Dazu: ein rund 250-köpfiges Publikum aus den verschiedenen Bereichen der Gesundheitswelt, das sich jederzeit frei um die verschiedenen Event-Plätze bewegen konnte.

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v.l.: Richard Fobo, Kerstin von Diemar, Johannes Ruopp.

Platz 1: cureVision aus München

Mittendrin: das Sieger-Team von cureVision aus München. Den Titel als bestes Gesundheits-Start-up 2023 holte das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen mit seiner Lösung zur sekundenschnellen Dokumentation von chronischen Wunden. Soft- und Hardware hat das junge Team selbst entwickelt und als Gesamtpaket bereits erfolgreich an ausgewählten Gesundheitsstandorten in Deutschland zum Einsatz gebracht. „Wir verkürzen die Dokumentationsdauer von zwanzig auf zwei Minuten für eine Wunde“, sagt CEO Kerstin von Diemar. „Unsere KI-gestützte Bilderkennung liefert zudem in Kombination mit den Sensordaten unseres Endgeräts berührungslos objektive Ergebnisse, die sofort digital verfügbar sind.“ Erste Anfragen von potenziellen Kund:innen aus dem Ausland trafen während des Health-i Bewerbungsprozesses ein.

„Junge Unternehmen wie cureVision stehen bei ihrer Vermarktung noch ganz am Anfang. Um rasch Erfolge zu feiern, hilft es, die Sichtbarkeit in der eigenen Industrie zu erhöhen“, sagt Fabian von Trotha vom Wagniskapitalgeber DvH Ventures. „Und der Health-i Award leistet genau an diesem Punkt einen wichtigen Beitrag.“ Von Trotha war Teil der diesjährigen Health-i Jury und lobt die hohe Qualität der Lösungen, die die besten zehn vorgestellt haben: „Wir haben in den Pitches allesamt Gründer:innen mit einem hohen Energielevel gesehen, die für ihre Ideen brennen und deshalb interessant für Investor:innen sind.“

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v.l.: Prof. Dr. Alexander Huppertz, Dr. Daniel Lorenz, Dr. Sven Jansen, Paulina Huppertz. | Foto: Marc-Steffen Unger

Platz 2: RadioReport aus Berlin

Ein Stück weiter im unternehmerischen Reifeprozess ist das Team von Neo Q mit seiner Lösung RadioReport, die den zweiten Platz beim Health-i Award belegt. Die Software der Berliner beschleunigt die Arbeit von Radiolog:innen deutlich, weil diese ihre Befunde nicht mehr diktieren müssen, sondern ihre Erkenntnisse direkt per Mausklick oder Tipp auf dem Tablet-Computer eingeben können. Außerdem liefert die Anwendung auf Knopfdruck einen Befund in leicht verständlicher Sprache – ohne medizinische Fachbegriffe. Die Health-i Jury hob unter anderem diesen Beitrag zum Patient:innenwohl hervor. „Wir haben RadioReport zwar von den Bedürfnissen der Ärzt:innen gedacht, die Patient:innen aber nicht vergessen“, sagt Radiologe Prof. Dr. Alexander Huppertz, Gründer und CEO von Neo Q. „Und als Patient möchte ich schnell verstehen, was oder ob ich etwas habe – und ob das schlimm ist.“

„An Beispielen wie RadioReport sehen wir, dass der Innovationsgrad bei Healthcare-Unternehmen hierzulande hoch ist“, sagt Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse und ebenfalls Teil der Health-i Jury. „Wir sehen aber auch, dass das Beharrungsvermögen des deutschen Gesundheitssystems beachtlich ist und sich neue Lösungen oder Workflows nur langsam etablieren.“ Die Health-i Initiative gibt ausgezeichneten Innovationen deshalb eine Plattform. Viel Aufmerksamkeit verdient hätten die Top-10-Start-ups in jedem Fall, sagt Baas: „Uns hat als Jury sehr beeindruckt, wie professionell die jungen Unternehmen beim Health-i 2023 waren. Alle hätten den ersten Preis bekommen können.“

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v.l.: Dr. Raphael Menges, Florian Lerch Foto: Marc-Steffen Unger

Platz 3: Semanux aus Stuttgart

Dazu zählt das drittplatzierte Start-up Semanux, das aus der langjährigen Forschungsarbeit des Gründungsteams erst in diesem Jahr ein Start-up machte. Die Semanux Access genannte Lösung hat sich der Teilhabe von motorisch eingeschränkten Menschen am digitalen Leben – beruflich sowie privat – verschrieben. Anhand des Kamerabildes einer handelsüblichen Webcam kann die Semanux-Software die Kopfrichtung und -neigung des Nutzenden erkennen und einen virtuellen Cursor auf dem Bildschirm zur Eingabe steuern. „Unser Ziel ist es, unabhängig von teurer Hardware zu sein, damit möglichst viele Menschen Semanux Access nutzen können“, sagt Gründer und Geschäftsführer Dr. Raphael Menges. Allein in Deutschland könnten Semanux-Angaben zufolge potenziell mehr als eine Million Menschen von der Software profitieren.

Und darum geht es bei Health-i: Möglichst viele Menschen in Kontakt mit den Gesundheitslösungen von morgen zu bringen. Charlotte Haunhorst, Head of Digital und Mitglied der Chefredaktion des Handelsblatts: „Fast alle Bewerbungen in diesem Jahr hatten eine digitale Komponente und verknüpfen die digitale mit der realen Versorgung. Die Health-i Initiative ermöglicht unseren Siegern den Kontakt zu einem Netzwerk mit relevanten Größen im Gesundheitswesen, damit aus Ideen echter Mehrwert für Patient:innen wird.“ Dazu gehöre auch, über die Landesgrenze hinauszuschauen. „Mit unserem Sonderpreis International haben wir mit ONWARD Medical erstmalig ein Unternehmen aus dem Ausland ausgezeichnet, das echten Pioniergeist bewiesen hat“, sagt Haunhorst.

Erstmals vergeben: Sonderpreis International

ONWARD Medical verschafft Menschen mit bisher unheilbaren Rückenmarksverletzungen wieder mehr Bewegungsfreiheit. Über Implantate mit Verbindung zum Rückenmark oder über ein externes Gerät samt aufgeklebten Elektroden werden solche Partien des zentralen Nervenstrangs stimuliert, die nach einer Verletzung keine Verbindung mehr zum Gehirn hatten. Über eine Stimulations- und Kommunikationseinheit, die beispielsweise mit einem Smartphone gekoppelt sein kann, steuern Betroffene die elektrischen Impulse, die in das Rückenmark geleitet werden. Ehemals gelähmte Arme oder Beine sind dank dieser Neurostimulation wieder beweglich. Eine Zulassungsstudie brachte bereits erste Erfolge. Die Health-i Jury würdigte das Unternehmen als Beispiel für Innovation, die die Lebensqualität von Betroffenen erheblich steigern kann.

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