Intuitiv, schnell und immer aktuell - jetzt Handelsblatt App installieren.
Finanzvergleich AnzeigeSoftwarevergleich AnzeigeImmobilienbewertung Anzeige


Mit KI-gestützter Software bringt Inzipiodie OP-Planung zurück in die Hände der Chirurg:innen – schneller, günstiger und präziser. Dafür wurde das Start-up mit einem Health-i Award (2. Platz) ausgezeichnet.

Tobias Pankert, Co-Founder von Inzipio, mit der Health-i Trophäe. | Foto: Marc-Steffen Unger
Hamburg/Düsseldorf. Für Operationen, vor allem in den Bereichen Orthopädie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, gilt: Eine gute und gewissenhafte Planung erhöht die Chancen auf ein bestmögliches Ergebnis. „Jährlich benötigen mehr als sechs Millionen Eingriffe eine virtuelle Planung“, sagt Tobias Pankert, Co-Founder und Chief AI Officer von Inzipio. Das Start-up hat eine Lösung entwickelt, mit der Chirurg:innen selbstständig Transplantate und Knochenimplantate designen können – webbasiert, intuitiv und ohne externe Abstimmung.
„Es ist aktuell gängige Praxis, dass die Planung an externe Dienstleister vergeben wird, um Zeit der Ärzte zu sparen“, erklärt Tobias Pankert. „Nicht selten kommt es dann aber zu Kommunikationsproblemen zwischen den Ingenieur:innen und Chirurg:innen, zum Beispiel bei der Platzierung von Implantaten oder Knochentransplantaten. Unsere Lösung belässt die Kontrolle über alle Entscheidungen hingegen bei den behandelnden Ärzt:innen.“ Die KI-gestützte Software mache die Planung bis zu 90 Prozent schneller und 50 Prozent günstiger. In der EU und in den USA ist die Anwendung bereits patentiert.
Inzipioist eine Ausgründung der Uniklinik der RWTH Aachen. Dort entstand zunächst zu Forschungszwecken der Ansatz einer selbstständigen OP-Planung. „Auf Kongressen haben wir von vielen Chirurg:innen dann das Feedback erhalten, dass sie nicht nur einen akademischen Prototyp sehen wollen, sondern diese Lösung wirklich nutzen möchten“, fasst Tobias Pankert den Weg zur Gründung zusammen.
Die anschließende Entwicklung zur nutzbaren Lösung verlief erfolgreich: Nun schlägt das System KI-gestützt operative Lösungen vor, die auf präoperativen CT-Aufnahmen basieren. „Für Patient:innen bedeutet die Unterstützung, dass sie in der Regel früher operiert werden und bessere Ergebnisse möglich sind“, ergänzt Pankert. Zudem würden auch Planungen von Eingriffen möglich, bei denen bisher auf virtuelle Vorbereitungen verzichtet wurde, die aber auch davon profitieren würden.
Wettbewerbern aus dem OP-Planungsgeschäft tritt das Team von Inzipio selbstbewusst entgegen. „Wir können es besser als externe Planer. Von manchen wissen wir sogar, dass sie unsere Lösung gerne selbst nutzen würden“, sagt Pankert.
Die Leistung des Teams honorierte die Jury der Health-i Initiative mit einem Health-i Award (Platz 2). Bereits im zehnten Jahr küren das Handelsblatt und die Techniker Krankenkasse innovative Lösungen aus dem Gesundheitswesen und bieten Start-ups neben einer Bühne vor allem wichtige Kontakte in die Welt der Gesundheitsversorgung.