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Aktuell fühlt es sich wie ein Wendepunkt für die digitale Gesundheit an und die Stimmung in der Branche ist gut. Prof. Dr. Ariel D. Stern, die mit ihrem Team die Health-i Initiative als wissenschaftlicher Partner unterstützt, sieht dafür drei Hauptgründe.

Foto: Gorodenkoff/Adobe Stock
Die Gesundheitsökonomin lehrt und forscht an der Digital Engineering Fakultät der Universität Potsdam und des Hasso-Plattner-Instituts (HPI). Foto: Felix Korfmann
Die Arbeit, die vor einigen Jahren mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz begonnen hat, gewinnt endlich an Fahrt – aber wir sehen nicht nur die Weiterentwicklung der Gesetzgebung durch das Digital-Gesetz und das Gesundheitsdatennutzungsgesetz, sondern erleben auch eine neue Offenheit für digitale Transformation. Die klare Botschaft aus der Politik lautet: „Wir meinen das ernst mit der Digitalisierung“ und die Auswirkungen auf die digitale Gesundheits-Community ist enorm: Das dauerhafte politische Engagement ist ein starkes Signal und auch eine klare Erlaubnis, weiterhin zu bauen und aufzubauen.
Laut der Bundesärztekammer sind fast die Hälfte der Ärzt:innen in Deutschland älter als 50 Jahre – anders gesagt: Als das erste iPhone auf den Markt kam, hatten sie bereits ihre medizinische Ausbildung vollständig abgeschlossen. Einerseits erleben wir gerade einen Generationenwechsel, andererseits ist die alte Generation viel offener und interessierter. Ärzt:innen fühlen sich jetzt von den eigenen Fachgesellschaften über digitale Themen und Tools angesprochen und sind neugierig. Wenn ich Weiterbildung für ärztliche Führungskräfte mache, ist das Interesse an Themen wie KI, Apps und Remote Monitoring riesengroß. Noch wichtiger: Die Einstellung diesen Themen gegenüber ist viel offener als noch vor kurzer Zeit. Wir wollen und können alle gemeinsam lernen.
Dank der vorherigen Faktoren sind Start-ups in der Lage, ganz grundsätzliche Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Was passiert wo und warum in der Versorgung? Muss ein Prozess, eine Operation oder eine klinische Studie so aussehen, wie es schon immer der Fall gewesen ist? Natürlich nicht! Und im Bereich Healthcare sehe ich mehr Start-ups als je zuvor, die nicht nur kleine und mittelgroße Probleme lösen, sondern transformative, gut durchdachte Lösungen anbieten – sie nutzen Technologie als Werkzeug, um die Versorgung zu verbessern.
Es gibt für mich keine spannendere Zeit als jetzt, die deutsche Healthcare-Start-up-Landschaft zu betrachten. Wenn ich Patientin bin, möchte ich die bestmöglichen Innovationen und Technologien haben. Start-ups im Gesundheitsbereich zu fördern, bedeutet also, nicht nur Innovationen zusätzlichen Schub zu verleihen, sondern auch das Beste für unsere eigene Gesundheitsversorgung der Zukunft zu tun.