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Unternehmen digitalisieren

Analyse vor Digitalisierung:

Warum der erste Schritt zum digitalen Unternehmen ein Schritt zurück sein muss

© Fotolia

Die Szene ist in vielen Unternehmen ähnlich: In der Geschäftsleitung herrscht Konsens, dass „jetzt etwas passieren muss“. Wettbewerber berichten über Erfolge mit KI, Kunden erhöhen den Druck, Fachbereiche bringen Projektvorschläge im Wochentakt. Also entstehen Programme, Initiativen und Technologieprojekte. Nach zwei, drei Jahren sind viele Maßnahmen umgesetzt oder auch nicht und in beiden Fällen bleibt die erhoffte Wirkung aus.

An diesem Punkt zeigt sich ein Muster, das sich in zahlreichen Projekten beobachten lässt: Nicht die Technik ist das Problem, sondern der Schritt davor. Die gründliche Analyse fehlt. Der Schritt zurück. Zurück in den Moment der Stille und des sauberen Sondierens der heutigen und zukünftigen Lage.

Digitalisierungsstrategien als bunte Projektlisten - Darum scheitern und stocken Initiativen

Wird nach der Digitalisierungsstrategie gefragt, folgt meist eine lange Liste: ein neues PLM-System, automatisierte Fertigungsplanung, KI in der Qualitätssicherung, dazu Kundenportal und Shopfloor-Dashboard. Es sieht nach einem klaren Plan aus, ist aber häufig nur eine Sammlung einzelner Projekte. Auf dem Papier wirkt das wie eine klare Richtung. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Vorhaben meist nebeneinander entstanden sind – ohne gemeinsames Verständnis, warum sie wichtig sind, wo sie ansetzen und wie sie zusammenspielen sollen. Die Liste ersetzt das gemeinsame Zielbild.

Hinzu kommt die Realität gewachsener Strukturen: historisch entstandene Systemlandschaften, Medienbrüche zwischen Entwicklung, Arbeitsvorbereitung, Fertigung und Service, lokale Excellösungen als letzte Rettung, wenn Prozesse und Systeme nicht mehr zusammenpassen. Digitalisierung verstärkt solche Brüche zunächst eher, als dass sie sie löst. Zumindest, solange vorher nicht klar analysiert wurde, welche Strukturen tragfähig sind und welche nicht.

Neue Tools lösen Einzelprobleme, schaffen aber neue Schnittstellen, Datenbrüche und Abhängigkeiten. Die wachsende IT-Landschaft zeigt: Dieses Vorgehen ist nicht mehr tragfähig.

VUKA: Warum Aktionismus heute besonders teuer ist

Produzierende Unternehmen bewegen sich heute in einem Umfeld, das als volatil, unsicher, komplex und ambig beschrieben wird. VUKA ist kein Modewort, sondern Alltag: Kundenanforderungen und Varianten ändern sich immer schneller, Lieferketten und Energiepreise bleiben schwer planbar, Produkte und IT-Landschaften sind über Jahre zusammengewachsen, Ziele stehen scheinbar im Widerspruch zueinander.

Die intuitive Reaktion besteht häufig aus mehr Projekten, höherer Drehzahl und möglichst sichtbarer Aktivität. Unter VUKA-Bedingungen wird jedoch jede ungeprüfte Entscheidung teurer. Wer ohne klare Diagnose startet, erhöht zwar das Tempo, aber nicht die Richtungssicherheit.

Analyse ist in diesem Umfeld kein Bremsklotz, sondern das zentrale Führungsinstrument, um trotz Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben und Ressourcen dorthin zu lenken, wo sie den größten Beitrag leisten.

Analyse als Mobilisations-Werkzeug der Geschäftsleitung

Analyse wird in der Praxis gerne an IT, Organisation oder einzelne Fachbereiche delegiert. Genau hier beginnt ein weiteres Kernproblem digitaler Transformation. Die entscheidenden Fragen lassen sich nicht rein technisch beantworten, sondern münden in Führungsaufgaben: Welche strategische Positionierung wird verfolgt? Welche Kundengruppen stehen im Fokus? Welche Fähigkeiten werden in fünf Jahren benötigt? Welche Prozesse müssen sich verändern? Wie mobilisieren wir die Belegschaft in diesem Change?

Wenn diese Fragen nicht aus der Geschäftsleitung heraus beantwortet werden, zerfällt die Digitalagenda in isolierte Projekte. Fachbereiche optimieren jeweils den eigenen Ausschnitt, während übergreifende Themen wie Änderungsmanagement, Produktstruktur oder Stammdatenqualität ungelöst bleiben.

Ein bewusster Schritt zurück, verstanden als strukturierte Diagnose, liegt daher allem voran in der Verantwortung der Geschäftsleitung. Erst wenn klar ist, welche Ziele, Prinzipien und Handlungsfelder maßgeblich sind, kann die Organisation eine Roadmap entwickeln, die nicht beim ersten Gegenwind wieder infrage steht.

Schritt zurück als Beschleuniger der Schritte nach vorn – auch für KI

In der aktuellen Diskussion rund um KI zeigt sich der gleiche Mechanismus in verschärfter Form. Modelle, Plattformen und Use Cases stehen im Mittelpunkt, während grundlegende Fragen zur Datenqualität, zu Prozessen und Verantwortlichkeiten offenbleiben. Ohne geklärte Abläufe im Engineering, verlässliche Datenflüsse und gemeinsame Begriffe in den Fachbereichen bleibt KI ein Experiment und wird nicht zum Wettbewerbsvorteil.

Eine systematische Analyse legt genau diese Grundlagen offen: Wo entstehen die für KI relevanten Daten? Wer verantwortet ihre Qualität? Welche Entscheidungen sollen künftig datenbasiert getroffen werden? Damit wird der Schritt zurück zum Beschleuniger – für KI ebenso wie für jede andere Digitalisierungsinitiative.

Eine integrierte digitale Landschaft: Daten fließen durchgängig, Informationen sind zentral verfügbar und Entscheidungen basieren auf belastbaren Fakten – von ERP und PLM bis in die reale Fertigung.

Fazit: Klarheit vor Geschwindigkeit

Digitalisierung bedeutet für produzierende Unternehmen heute mehr als die Einführung einzelner Systeme. Sie greift tief in Strukturen, Entscheidungswege und die tägliche Arbeit ein. In einer VUKA-Welt reicht es nicht aus, Projekte schneller zu starten. Entscheidend ist, ob der Weg dorthin auf einem belastbaren Verständnis des eigenen Unternehmens basiert.

Der erste Schritt der Digitalisierung besteht deshalb in einem Schritt zurück: in einer ehrlichen, strukturierten Analyse von Zielen, Strukturen und Hebeln. Diese Diagnose kostet Zeit, spart aber vor allem eines: teure Umwege.

Weitere Informationen

Eine strukturierte Standortbestimmung gelingt besonders effizient mit dem Digital Value Check der BCT Technology AG. Dieses Vorgehensmodell verbindet technische Analyse, Prozessverständnis und strategische Priorisierung, um Unternehmen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für ihre Digitalisierungsstrategie zu bieten. Es zeigt transparent auf, wo Potenziale liegen, welche Maßnahmen wirklich Wirkung entfalten und wie eine nachhaltige digitale Roadmap ausgestaltet werden kann. 

 

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