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Künstliche Intelligenz verändert Wirtschaft und Verwaltung, doch viele Unternehmen unterschätzen die Risiken fehlender Souveränität. Wer auf Insellösungen oder intransparente KI-Tools setzt, riskiert den Verlust von Datenhoheit und Compliance sowie explodierende Kosten. Vier Stolpersteine zeigen, worauf es beim Aufbau souveräner KI wirklich ankommt und wie IBM mit watsonx den Weg dorthin ebnet.

Künstliche Intelligenz verändert die Wirtschaft mit beispielloser Geschwindigkeit. In nahezu allen Branchen entstehen neue Geschäftsmodelle, Prozesse werden automatisiert, Entscheidungen datengetrieben. Doch während der technologische Fortschritt rasant voranschreitet, bleibt eine Frage oft unbeachtet: Wie souverän ist die KI, auf die sich Unternehmen verlassen?
Viele Organisationen sind fasziniert von der Leistungsfähigkeit moderner KI-Systeme, aber übersehen die Risiken, die mit Abhängigkeiten, Intransparenz oder mangelnder Kontrolle verbunden sind. Souveräne KI bedeutet, Innovation mit Gestaltungsfreiheit zu verbinden. Also die Technologie zu nutzen, ohne die Hoheit über Daten, Modelle oder Infrastrukturen aufzugeben. Doch der Weg dorthin ist anspruchsvoll. Vier Stolpersteine treten immer wieder auf und entscheiden darüber, ob KI zum strategischen Erfolgsfaktor oder zur teuren Sackgasse wird. Wir zeigen welche.
Ein mittelständisches Unternehmen steht vor der Entscheidung, KI im Kundenservice einzusetzen. Der Geschäftsführer kennt ein populäres Allzweckmodell aus dem privaten Gebrauch und ist begeistert: Die Systeme liefern erstaunlich präzise Antworten, fast wie ein menschlicher Mitarbeiter. Das Marketing der großen Anbieter verspricht einfache Lösungen für nahezu jeden Anwendungsfall. Und so wird ein Pilotprojekt gestartet. Anfangs läuft alles reibungslos. Das Modell liefert gute Ergebnisse, die Kundenzufriedenheit steigt. Doch nach einigen Monaten kommt die Ernüchterung: Die laufenden Kosten explodieren. Was in der Testphase günstig wirkte, wird im Dauerbetrieb schnell zum Kostentreiber, da das notwendige Modell-Aufrufvolumen im laufenden Betrieb oft unterschätzt wird. Hinzu kommen Lizenzgebühren, steigender Energieverbrauch und der Mangel an Kontrolle über die Modellarchitektur.
Viele Unternehmen erleben genau dieses Szenario – eine klassische Lock-in-Falle. Sie machen sich von einem einzigen Anbieter abhängig, oft mit proprietären Modellen, deren Anpassung oder Wechsel später kaum möglich ist. Preisänderungen, Nutzungsbeschränkungen, Veränderungen im Modell oder neue Geschäftsbedingungen werden zum unkalkulierbaren Risiko.
Dabei gibt es längst Alternativen: Spezialisierte, kleinere Modelle, die weniger Rechenleistung benötigen, effizienter sind und in vielen Szenarien sogar bessere Ergebnisse liefern. Sie lassen sich zudem im eigenen Rechenzentrum betreiben, mit vertraulichen Unternehmensdaten trainieren und individuell anpassen, ohne dass sensible Informationen das Unternehmen verlassen. Der Schlüssel liegt in einer offenen Modellstrategie: Verschiedene Modelle für verschiedene Aufgaben, flexibel kombinierbar, je nach Bedarf und Kostenbilanz.
Mit einer modularen und offenen KI-Plattform, wie watsonx von IBM, hat man die volle Freiheit bei der Modellwahl – egal, ob eigene Modelle, IBM Granite, Open Source oder Drittanbieter. Alle lassen sich flexibel integrieren und auf jeder Infrastruktur betreiben: hybrid, in der Cloud oder on-premises. Damit wird die Balance aus Wirtschaftlichkeit, Performance und digitaler Souveränität möglich – ganz ohne Lock-in.
Viele Unternehmen wollen „endlich etwas mit KI machen“. Der Druck ist groß, die Erwartungen hoch. Also setzen sie auf den vermeintlich einfachsten Weg: Fertige, spezialisierte KI-Tools für einzelne Aufgaben.
Ein Handelsunternehmen führt beispielsweise nacheinander Lösungen für Rechnungserkennung, Lageroptimierung und Chatbots ein. Jede Anwendung funktioniert für sich gut – aber sie arbeiten nicht miteinander. Kundendaten aus dem Chatbot erreichen nicht das CRM-System, Lagerinformationen fließen nicht in Preisentscheidungen ein. Was als effizienter Start gedacht war, wird zum teuren Flickenteppich. Die verschiedenen Systeme erzeugen Datensilos, erfordern parallele Lizenzen und schaffen komplexe Schnittstellen, die ständig gewartet werden müssen. Zentrale Auswertungen werden unmöglich. Statt Innovation entsteht Frust: Mitarbeitende verlieren Zeit mit Mehrfacheingaben, das Controlling kämpft mit unvollständigen Daten, und jede neue Anwendung verschärft die Integration.
Dieser Stolperstein zeigt, dass Schnelligkeit ohne Strategie langfristig teuer wird. Wer für jedes Problem ein separates Tool einkauft, verliert die Kontrolle über seine Datenlandschaft und damit über seine Handlungsfähigkeit. Die Lösung liegt in einem Plattformansatz: Eine modulare, offene KI-Plattform bildet das Fundament für alle Anwendungen. Sie bietet eine einheitliche Datenbasis, standardisierte Schnittstellen und ermöglicht es, neue KI-Funktionen schrittweise hinzuzufügen, ohne bestehende Systeme zu gefährden. So wachsen Daten und Anwendungen miteinander, statt nebeneinander zu existieren.
Mit watsonx setzt IBM auf eine Plattform, die Offenheit, Skalierbarkeit und Interoperabilität vereint. Entwickler können nicht nur eigene KI-Modelle einbinden, sondern auch beliebige weitere Technologien integrieren, sowie eine einheitliche Kontrolle über Speicher, Metadaten und Datenverarbeitung schaffen. Eine zentrale Datenstrategie ohne Insellösungs-Silos ist der entscheidende Wettbewerbsvorteil, um KI erfolgreich in Organisationen einsetzen zu können. Das macht die Plattform außergewöhnlich zukunftssicher und robust: Offene Architekturen, durchgängige Integration und flexible Betriebsmodelle ermöglichen es, auf neue Anforderungen schnell und kosteneffizient zu reagieren, ohne Kompromisse bei Stabilität oder Skalierbarkeit einzugehen. Gleichzeitig bietet watsonx No- und Low-Code-Funktionen, mit denen Fachbereiche eigene Anwendungen erstellen können – ganz ohne Programmierkenntnisse.

Open Source gilt als Inbegriff digitaler Freiheit. Viele Organisationen, insbesondere im öffentlichen Sektor, setzen darauf, um Unabhängigkeit und Transparenz zu stärken.
Eine Stadtverwaltung etwa entscheidet, künftig ausschließlich Open-Source-Software zu nutzen: Geringere Lizenzkosten, offene Standards, volle Kontrolle. Was zuerst nach einer idealen Strategie klingt, wird bald zur Belastung. Das IT-Team muss Sicherheitsupdates manuell prüfen und installieren. Schwachstellen werden zur Daueraufgabe. Ein übersehenes Update führt schließlich zu einer Cyberattacke – über eine bekannte Lücke in einer Open-Source-Komponente. Der offene Quellcode, eigentlich Garant für Transparenz, wird zum Einfallstor für Angriffe. Gleichzeitig steigen die internen Kosten für Wartung und Integration. Externe Dienstleister werden hinzugezogen, um die Komplexität zu beherrschen – eine neue Form der Abhängigkeit entsteht.
Das Beispiel zeigt: Open Source allein schafft keine Souveränität. Kontrolle bedeutet nicht automatisch Sicherheit. Wer die Verantwortung für Updates, Security-Scans und Abhängigkeiten selbst trägt, braucht erhebliche Ressourcen und Expertise. Die Lösung liegt in einem hybriden Ansatz: Enterprise-ready Open Source – also die Nutzung offener Technologien innerhalb einer professionell gemanagten Plattform. So profitieren Organisationen von Innovationsgeschwindigkeit und Offenheit, ohne die operativen Risiken selbst tragen zu müssen.
IBM zählt zu den größten Unterstützern der Open-Source-Community und integriert offene Technologien tief in watsonx. Dazu gehören auch eigene Open-Source-Innovationen wie die Granite-Modelle. Zugleich übernimmt IBM das Risikomanagement für alle Open-Source-Komponenten der Plattform – von Sicherheitsprüfungen über Updates bis zur Pflege von Abhängigkeiten im gesamten Technologiestack. So entsteht echte digitale Souveränität: offene Innovation, professionell abgesichert.

Der Innovationsdruck ist hoch: KI muss schnell implementiert werden. Governance? „Das kann später kommen“ ist eine verbreitete Meinung.
Ein Technologieunternehmen entscheidet sich genau für diesen Weg. In wenigen Monaten entstehen Dutzende KI-Anwendungen, von Recruiting-Algorithmen bis zu Chatbots. Anfangs sind alle begeistert: Effizienzgewinne, kreative Anwendungen, zufriedene Mitarbeitende. Doch bald häufen sich die Probleme: Der Recruiting-Algorithmus diskriminiert unbewusst Bewerberinnen. Ein Chatbot gibt vertrauliche Informationen preis. Ein Mitarbeiter lädt sensible Kundendaten in ein externes Tool. Und als ein Rechtsstreit droht, kann niemand mehr nachvollziehen, wie die Modelle überhaupt zu ihren Entscheidungen kamen.
Was hier fehlt, ist Observability, also die durchgängige Transparenz über den gesamten Lebenszyklus von KI-Systemen. Ohne Governance-Strukturen gibt es keine klare Verantwortung, keine Dokumentation, keine Kontrolle. Bias, Halluzinationen oder fehlerhafte Eingaben bleiben unentdeckt. Solche Lücken sind nicht nur operative Risiken, sondern auch ein Compliance-Problem. Der EU AI Act verlangt künftig Nachvollziehbarkeit, Dokumentation und Risikomanagement – wer das ignoriert, riskiert Bußgelder und Vertrauensverluste. Die gute Nachricht: Governance und Observability lassen sich heute technologisch abbilden – automatisiert, integriert und skalierbar.
Mit watsonx.governance stellt IBM eine umfassende Governance- und Monitoring-Lösung bereit, die den gesamten KI-Lebenszyklus transparent macht. Modelle werden kontinuierlich bewertet, Risiken frühzeitig erkannt und alle Prozesse dokumentiert – inklusive Bias-Analysen, Qualitätsmetriken und Compliance-Frameworks.
Ein zentraler Vorteil: watsonx.governance ist plattformunabhängig. Unternehmen können damit jede KI-Anwendung verwalten – auch wenn Modelle außerhalb von watsonx betrieben werden. So entsteht eine einheitliche Sicht auf Risiken, Qualität und Compliance im gesamten Unternehmen. Ergänzend sorgt IBM Securityfür Datenschutz, Resilienz und Betriebssicherheit – von der Infrastruktur bis zur Anwendung. So wird Innovation kontrollierbar – und Vertrauen messbar.
Head of Data & AI Strategy, IBM DACH
Frau Dr. Precht, warum ist das Thema „souveräne KI“ gerade jetzt so wichtig?
„Weil Unternehmen ihre Innovationsfreiheit nur behalten, wenn sie gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten, Modelle und Infrastruktur sichern. Souveräne KI ist kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung für Vertrauen und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.“
Was sollten Organisationen beim Einstieg in KI unbedingt vermeiden?
„Die Versuchung ist groß, schnell mit populären Lösungen loszulegen und Themen wie Governance, Skalierbarkeit und Betriebskosten auf später zu verschieben. Der iterative Einstieg in KI-Projekte ist genau der richtige Weg, dabei sollte man aber von Anfang an auf eine offene, flexible Plattform mit klaren Kontrollmechanismen setzen.“
Und Ihr wichtigster Tipp für nachhaltige digitale Souveränität?
„Setzen Sie auf Offenheit statt auf Monokultur. Eine modulare Plattform, die in jeder Cloud oder im eigenen Rechenzentrum läuft, ermöglicht Ihnen den Wechsel von Modellen, Anbietern oder Technologien. Diese Flexibilität sichert langfristige Wahlfreiheit und echte Unabhängigkeit ohne Lock-in-Effekte.“

Die Einführung von KI ist kein rein technisches Projekt. Sie erfordert strategische Entscheidungen über Abhängigkeiten, Datenhoheit, Sicherheit und Verantwortung. Wer diese Themen ignoriert, läuft Gefahr, in Kostenfallen, Integrationschaos oder Sicherheitsrisiken zu geraten. Wer sie von Beginn an mitdenkt, schafft dagegen ein Fundament für nachhaltige Innovation.
Souveräne KI bedeutet:
IBM vereint all diese Dimensionen in einer integrierten Plattform: watsonx – für Organisationen, die KI nutzen wollen, ohne ihre Souveränität zu verlieren.
Wahre digitale Souveränität heißt nicht, alles selbst zu machen –
sondern jederzeit selbst entscheiden zu können.