Intuitiv, schnell und immer aktuell - jetzt Handelsblatt App installieren.
Finanzvergleich AnzeigeSoftwarevergleich AnzeigeImmobilienbewertung AnzeigeUnternehmensberatung Anzeige
Fans wollen heute mehr als nur Spiele sehen: Sie erwarten Echtzeit-Updates, Analysen und immersive Erlebnisse. Die IBM Sports Survey 2025 zeigt, wie KI, Daten und Apps den Sport verändern. Vom Scouting beim FC Sevilla bis zur Rennstrategie von Ferrari: IBM macht Fans zu aktiven Mitgestaltern.
Es ist Samstagabend in Sevilla. Das Stadion füllt sich, die Fans stimmen ihre Gesänge an. Währenddessen liefert der neue Scout Advisor des FC Sevilla im Hintergrund präzise Analysen zu Spielern und Gegnern. Ein paar Stunden später, in Monza, blickt ein Ferrari-Fan gebannt auf sein Smartphone. Während Charles Leclerc auf die Zielgerade einbiegt, blendet die App historische Daten ein: Bremspunkte von Michael Schumacher im Jahr 2004. Direkt im Augmented-Reality-Modus.
Was früher wie Science-Fiction klang, ist heute Realität. Möglich machen es Technologien von IBM, die den Sport nicht nur für Vereine, sondern auch für Fans neu erlebbar machen. Ob Fußball, Motorsport oder Tennis: Daten, Künstliche Intelligenz (KI) und immersive Erlebnisse verändern die Art, wie wir Sport erleben. Emotionaler, persönlicher und interaktiver als je zuvor.

Dass sich die Erwartungen an Sportangebote massiv verändern, belegt die aktuelle IBM Sports Survey 2025, die in zwölf Ländern, darunter auch Deutschland, erhoben wurde. Neun von zehn Fans weltweit geben an, dass sie Sport längst nicht mehr nur über das eigentliche Live-Spiel verfolgen. Vielmehr konsumieren sie zusätzliche Inhalte wie Highlight-Clips, Analysen oder Interviews.
Auch mobile Anwendungen sind inzwischen fest in den Alltag integriert. Weltweit nutzen 73 Prozent der Befragten Sport-Apps, in Deutschland immerhin zwei Drittel. Unter den jüngeren Fans ist die Quote noch deutlicher: Fast neun von zehn Anhängern unter 30 Jahren greifen regelmäßig auf Apps zurück, um sich zu informieren, Spiele zu begleiten oder zusätzliche Einblicke zu erhalten.
Besonders gefragt sind personalisierte Informationen und Echtzeit-Updates. Rund ein Drittel der Fans nennt Live-Informationen als entscheidendes Kriterium für ein besseres Sporterlebnis, ähnlich viele wünschen sich individuell zugeschnittene Inhalte, die direkt auf ihre Lieblingsspieler oder -teams abgestimmt sind.
Das Vertrauen in KI wächst ebenfalls. Global geben knapp zwei Drittel der Fans an, dass sie KI-generierten Sportinhalten vertrauen: sei es bei Kommentaren, Analysen oder Prognosen. In Deutschland ist die Zustimmung zwar etwas zurückhaltender und liegt bei knapp der Hälfte, doch auch hier zeigt sich ein klarer Trend in Richtung Akzeptanz. Auffällig ist zudem die zunehmende Multi-Device-Nutzung. Mehr als ein Viertel der deutschen Fans verfolgt Spiele inzwischen parallel auf zwei oder mehr Geräten. Hier rufen sie beispielsweise Statistiken ab, tauschen sich in sozialen Netzwerken aus oder behalten andere Spiele im Blick. Damit steigt auch hierzulande die Erwartung an digitale Mehrwertangebote rund um den Sport.
Alles in allem verdeutlicht die Studie: Fans wollen nicht mehr nur zuschauen, sie wollen teilhaben, verstehen und mitreden. Community-Funktionen, interaktive Features und Storytelling gewinnen an Bedeutung. Vereine, die diesen Wandel ignorieren, laufen Gefahr, den Anschluss an eine neue Generation digital geprägter Sportbegeisterter zu verlieren.


Der FC Sevilla zählt zu den traditionsreichsten Vereinen Spaniens und gleichzeitig zu den innovativsten. Gemeinsam mit IBM setzt der Club auf watsonx, die Plattform für generative KI und Datenanalyse. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der neue Scout Advisor: ein auf watsonx basierendes Tool, das den Rekrutierungsprozess grundlegend verändert.
Die Datenabteilung des Vereins hat in Zusammenarbeit mit IBM eine Lösung entwickelt, die es erlaubt, die über 200.000 vorhandenen Scouting-Berichte sowie umfangreiche quantitative Leistungsdaten, von Toren und Spielminuten bis hin zu Geschwindigkeit und Körpergröße, effizient auszuwerten. Mithilfe von natürlicher Sprachverarbeitung können Scouts ihre Anforderungen an Spieler einfach eingeben, woraufhin der Scout Advisor kuratierte Kandidatenlisten erstellt und Berichte verdichtet. So lassen sich Muster im Spielstil schneller erkennen, Potenziale einschätzen und fundierte Prognosen darüber treffen, wie gut ein Spieler in das bestehende Team passt.
Darüber hinaus verknüpft der Scout Advisor die Spielerdaten direkt mit den bestehenden Anwendungen des Vereins. Trainer und Analysten erhalten dadurch nicht nur umfassendere Leistungsprofile potenzieller Neuzugänge, sondern können auch die Belastungssteuerung, Verletzungsprognosen und taktische Vorbereitung datengetrieben verbessern. Was früher Tage oder Wochen dauerte, geschieht heute in Minuten – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für den Verein.
Für die Scuderia: Daten als Herzschlag der Strategie
Kaum eine Sportart ist so datengetrieben, wie es die Formel 1 ist. Jedes Rennen produziert Terabytes an Telemetriedaten: von Reifenverschleiß über Motorleistung bis hin zu Boxenfunk. Die Scuderia Ferrari nutzt in ihrer neu gestalteten App IBM-Technologien, um diese Daten in Echtzeit zu analysieren. Mit Hilfe von watsonx werden Muster erkannt, Szenarien simuliert und Wahrscheinlichkeiten berechnet.
Während eines Rennens kann die App zum Beispiel kalkulieren, ob ein sogenannter „Overcut“, also ein späterer Boxenstopp, strategisch sinnvoll ist. Statt diese Informationen ausschließlich intern zu nutzen, werden sie auch in der App visualisiert. So entsteht eine Brücke zwischen der Boxenmauer und den Fans.
Auch in der Saisonvorbereitung spielt die Technologie eine Rolle: Daten aus Testfahrten und Simulationen werden zusammengeführt, um Strategien für verschiedene Rennstrecken zu entwickeln. Für die Scuderia bedeutet das nicht nur eine höhere Effizienz, sondern auch eine schnellere Entscheidungsfindung in einem Sport, in dem Sekundenbruchteile den Unterschied ausmachen.
Für die Fans: Teil der Strategie werden
Für Ferrari-Anhänger ist die App mehr als ein Second Screen. Sie ist ein interaktiver Zugang zum Geschehen. Fans erhalten nicht nur Live-Statistiken, sondern können in Umfragen mitentscheiden, ob Ferrari ein Risiko eingehen sollte oder eben nicht. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart: In AR werden Bremspunkte aktueller Fahrer mit legendären Szenen aus der Teamhistorie verglichen. Wenn Charles Leclerc in Monza in Kurve 1 bremst und parallel Schumachers Daten von 2004 eingeblendet werden, verschwimmen die Grenzen zwischen Nostalgie und Live-Erlebnis.
Darüber hinaus bietet die App eine neue Form der Gemeinschaft. Fans aus aller Welt können gleichzeitig abstimmen, ihre Meinung teilen und unmittelbar erleben, wie datenbasierte Entscheidungen aussehen. Dieses Gefühl, Teil der Strategie zu sein, verändert die Dynamik zwischen Team und Anhängern grundlegend. Statt passiv zuzuschauen, können Fans aktiv teilhaben. Und genau das entspricht ihrem Wunsch nach mehr Interaktivität, den die IBM-Studie klar aufgezeigt hat.
Die Beispiele von Sevilla und Ferrari verdeutlichen, wie vielseitig IBM-Technologien im Sport eingesetzt werden können und warum sie so relevant sind. Personalisierung, Transparenz und Community-Funktionen spielen dabei eine zentrale Rolle. Statt Einheitsinhalten erhalten Fans genau die Informationen, die für sie relevant sind. KI erklärt komplexe Zusammenhänge verständlich, was Vertrauen schafft. Interaktive Features machen Anhänger zu Mitgestaltern, und immersive Technologien wie AR verwandeln Sport in ein interaktives Erlebnis. In Deutschland, wo zwei Drittel der Fans bereits Sport-Apps nutzen und knapp die Hälfte KI-gestützten Inhalten vertraut, liegt ein enormes Potenzial. Vereine, die früh auf diese Technologien setzen, können ihre Fanbasis enger binden und neue Zielgruppen erschließen.
Die IBM Sports Survey zeigt klar: Drei von vier Fans weltweit erwarten, dass sich ihr Sportkonsum bis 2027 grundlegend verändern wird. In Deutschland teilt immerhin rund zwei Drittel diese Ansicht. Besonders die jüngere Generation treibt den Wandel: Neun von zehn Fans unter 30 finden KI-Features wertvoll, sie sehen personalisierte Highlights und Echtzeit-Updates längst als selbstverständlich an. Community-Funktionen sind für sie wichtiger als klassische Berichterstattung. Für Vereine und Veranstalter bedeutet das: Wer in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht in Technologien wie KI, AR und Personalisierung investiert, riskiert, ganze Generationen von Fans zu verlieren.
Ob im Stadion von Sevilla oder an der Rennstrecke in Monza: IBM zeigt, wie sich Daten in Emotionen verwandeln lassen. Für Vereine bedeutet das, strategische Vorteile im Scouting, in der Taktik und in der Fanbindung zu nutzen. Für Fans bedeutet es ein Erlebnis, das persönlicher, interaktiver und faszinierender ist als je zuvor. Die Sportwelt steht an einem Wendepunkt. Technologie verschwindet nicht im Hintergrund, sie wird zum emotionalen Begleiter. Sie erklärt, analysiert, personalisiert – und macht Sport damit menschlicher. Das ist Zukunft des Sports und IBM gestaltet sie aktiv mit.