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Was Fisch, Drohnen, Salat und Holz gemeinsam haben? Nun, sie sind die Basis für teils außergewöhnliche, aber vor allem innovative Ideen made in Südtirol, die nachhaltig für Veränderungen sorgen können.

Tür aufschließen, Jacke aus, Schuhe aus, Sohn Oskar (4) und Tochter Greta (2) in die Arme nehmen und es sich dann im Wohnzimmer als Familie mit Ehefrau Anna auf dem Fußboden gemütlich machen. Wenn Josef Halbmayr von der Arbeit kommt, ist dies fast ein Ritual.
»Tatsächlich spielt sich bei uns viel auf dem Boden ab: Mit den Kindern spielen, ein Buch lesen, zusammen vor dem Kamin sitzen – unser Fußboden ist wie unser gesamtes Haus aus Vollholz und das ist einfach urgemütlich«, erzählt der 35-Jährige und ergänzt: »Uns war es wichtig, ein nachhaltiges Haus zu bauen, unseren Kindern ein schadstofffreies Zuhause zu bieten.« Als Architekt hat Halbmayr 2021 das Haus mit einer Gesamtwohnfläche von 140 Quadratmetern selbst entworfen, als ausführenden Partner hat er sich die Firma holzius aus Südtirol dazu geholt.
»Deren System, einzelne Holzteile ohne Leim und Metall miteinander zu verbinden und so tatsächlich biologisches und nachhaltiges Bauen zu ermöglichen, war für mich am überzeugendsten.« Das Resultat der Zusammenarbeit zeigt sich seit 2023 im Ortskern von Aschbach-Markt in Niederösterreich. »Holz – in seiner reinsten Form – ist entlang der Wertschöpfungskette zu jedem Zeitpunkt kreislauffähig.
Bereits bei der Verarbeitung können Verschnitte wiederverwertet und so Energie eingespart werden«, erklärt Herbert Niederfriniger, Firmengründer und Geschäftsführer der holzius GmbH. Er ergänzt: »Neben einer natürlichen Wärmedämmung, die zur Energieeinsparung beitragen kann, bietet der Baustoff eine angenehme Oberflächentemperatur, die für Behaglichkeit sorgt. Die feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft von Holz trägt wesentlich zu einem gesunden Wohnambiente bei.«
Worte, die ebenso aus Reihen von Unternehmen wie Rothoblaas, Rubner, Microtec, Leneco, Barth oder Erlacher kommen könnten. Auch sie haben sich dem Werkstoff Holz verschrieben und: Auch sie haben ihren Firmensitz in Südtirol. Die norditalienische Region ist somit für ihre Expertise insbesondere im Holzbau bis weit über die Landesgrenzen bekannt, das Unternehmen Rubner etwa ist derzeit am Bau des höchsten Holzhauses in Deutschland in der HafenCity Hamburg beteiligt.
So wie holzius es in Form des Hauses von Josef Halbmayr gezeigt hat, überraschen aber auch andere Südtiroler Unternehmen – nicht nur aus dem Holzsektor – mit innovativen und vor allem nachhaltigen Ideen. Ob beispielsweise Alpitronic mit seinem »Hypercharger«, welcher sich binnen sechs Jahren zur meistinstallierten E-Schnellladesäule in ganz Europa etabliert hat, die Brüder Moritz und Matthias Moroder mit ihren »Flying Basket«, rein elektrisch angetriebene Lastendrohnen, die Waren mit einem Gewicht bis zu hundert Kilo in den Lüften transportieren, ohne schädliche CO₂-Emissionen zu verursachen, oder das Unternehmen SOLOS, welches mit seinem Aquaponik-System Fischzucht und Gemüseanbau in einen Kreislauf verbindet – klingt verrückt? Mag sein. Aber es funktioniert.
Und: Es kann unseren Alltag, unser Leben auf positive Weise nachhaltig verändern.