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Interview: Wandel im Bezahlverhalten

Wie verändert Corona das Bezahlverhalten der Deutschen?

Der Trend zur Kartenzahlung hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Durch die Corona-Pandemie bekam dieser noch einen weiteren Schub, vor allem das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder Smartphone wird immer beliebter. Aber bleibt er auch danach bestehen? Gemeinsam mit Ingo Limburg werfen wir einen Blick in die Zukunft: Veränderungen im Bezahlverhalten und ihre Folgen für uns im Alltag.

EuroKartenSysteme

Im Gespräch mit Ingo Limburg

Vorstandsvorsitzender der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e. V.

Bezahlverhalten: Ist Kontaktlos das neue Normal in der Krise? Und was kommt danach?

Wie verändert sich das Bezahlverhalten der Deutschen? Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf das Bezahlen im Alltag? Ist Kontaktlos bereits das neue Normal, und wie nachhaltig sind die aktuellen Bezahltrends auch nach einem Ende der Lockdowns? Über diese und weitere Fragen gibt Ingo Limburg, Vorstandsvorsitzender der Initiative Deutsche Zahlungssysteme, Auskunft und ordnet die aktuellen Entwicklungen ein.

Das Bezahlverhalten der Deutschen hat sich in der Corona-Pandemie stark verändert. Wie sieht dieser Wandel genau aus?

Unser gesamter Alltag ist im letzten Jahr viel digitaler geworden und diese Entwicklung macht natürlich auch vor dem Bezahlen nicht halt: Schon vor der Corona-Pandemie wurde viel und gerne mit Karte gezahlt – Tendenz steigend. Nun rückte vor allem der Wunsch nach Abstand und Hygiene weiter in den Mittelpunkt, der sich bei Kartenzahlung einfach leichter umsetzen lässt und somit beim Bezahlen mit Karte und kontaktlos für einen weiteren deutlichen Schub sorgte. Ich lasse da gerne auch die Zahlen für sich sprechen: In Zeiten von Lockdowns im Einzelhandel und der Gastronomie verzeichnet die girocard ein starkes Plus: Im Jahr 2020 kam sie fast 5,5 Milliarden Mal an der Kasse zum Einsatz. Das sind rund eine Milliarde mehr Transaktionen als im Vorjahr bei einem Umsatzplus von zwölf Prozent auf 236 Milliarden Euro.

Ob beim Bäcker oder im kleinen Laden um die Ecke: Wo in der Vergangenheit Bargeld oder Mindestbeträge für die Kartenzahlung üblich waren, können Verbraucher heute immer öfter bequem mit ihrer girocard bezahlen. Wer ist der Auslöser für diese Entwicklung: die Kunden oder der Handel?

Die Ausweitung des Bezahlangebots und der Wandel im Bezahlverhalten gehen hier Hand in Hand. Wie eine aktuelle infas quo-Studie im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme zeigt, hat fast jeder Zweite das Gefühl, dass Barzahlungen im Handel weniger erwünscht sind. Gleichzeitig reagierte der Handel auf die besonderen Anforderungen: Für Händler besteht die große Herausforderung in der Pandemie darin, den Einkaufsvorgang für Kunden und Angestellte, trotz aller Widrigkeiten, sicher und schnell abwickeln zu können. Vor allem inhabergeführte Geschäfte wie Bäckereien, Metzgereien oder Kioske, wo Kleingeldbeträge üblich sind, haben technisch aufgerüstet. So stellte knapp die Hälfte (48 Prozent) der befragten Verbraucher Ende 2020 fest, dass nun vielerorts mit Karte, wie z. B. mit girocard, bezahlt werden kann, wo bislang ausschließlich Barzahlung akzeptiert wurde. 

Das Bezahlen mit der giocard ist aktuell so populär wie noch nie, gerade mit Blick auf das kontaktlose Bezahlen. Wie kommt das?

Wie wichtig aktuell die Hygiene ist, hatte ich ja bereits angesprochen. Und hier überzeugt eben besonders das kontaktloste Bezahlen. Es ist nämlich nicht nur schnell und bequem, sondern läuft auch komplett berührungslos ab, da bei Beträgen unter 50 Euro in der Regel die PIN-Eingabe entfällt. So waren im Dezember 2020 mehr als 60 Prozent aller Transaktionen mit der girocard kontaktlos. Ende 2019 lag dieser Anteil noch bei rund 36 Prozent.

 Mit der digitalen girocard im Smartphone steht darüber hinaus eine weitere Möglichkeit zum kontaktlosen Bezahlen zur Verfügung. Hier wird die Zahlung direkt mit dem Smartphone freigegeben, zum Beispiel per Gesichtserkennung oder Fingerabdruckscan. Einfach das Smartphone ans Terminal halten, piep, fertig.

Wie offen sind die Nutzer für Innovationen, zum Beispiel gegenüber dem Bezahlen mit dem Smartphone, und in welche Richtung wird sich dieser Trend weiterentwickeln?

Die Offenheit gegenüber Innovationen setzt natürlich eine entsprechende Bekanntheit bei den Verbrauchern voraus. Ist diese nicht gegeben, können sich beispielsweise neue Bezahlmöglichkeiten nicht oder nur sehr langsam etablieren und an Akzeptanz gewinnen. Die digitale girocard für das Bezahlen mit dem Smartphone hat seit ihrer Einführung 2018 sehr schnell einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht und ist fast 60 Prozent der Verbraucher ein Begriff. Wie weit verbreitet der Trend heute schon ist, zeigt unsere aktuelle Umfrage von infas quo. Demnach hat knapp jeder zehnte Befragte bereits eine digitale girocard auf seinem Smartphone installiert. Jeder Fünfte plant diesen Schritt in naher Zukunft. Bei der jungen Generation der 16- bis 29-Jährigen, die sich neuen Techniken gegenüber grundsätzlich sehr aufgeschlossen zeigt, sind es sogar 37 Prozent.

Wie nachhaltig sind die oben genannten Veränderungen im Hinblick auf ein Ende des Lockdowns für verschiedene Bereiche, etwa im Handel oder der Gastronomie?

Gerade in Zeiten des Lockdowns haben Einzelhändler und Gastronomen zahlreiche kreative Lösungen für ihr Geschäft entwickelt. Ob Speisen und Getränke to go oder virtuelle Kaufberatungen mit anschließendem Verkauf per Click & Collect: Viele der neuen Verkaufskonzepte erfordern auch beim Bezahlen ein Umdenken und setzen ein schnelles und sicheres Zahlungssystem wie die girocard voraus. Bei Händlern gefragt sind vor allem handliche, nicht stationäre Terminals, die den Bezahlvorgang an der Ladentür oder bei der Lieferung am Hauseingang erleichtern.

Auch wenn wir uns alle auf das Shopping, wie wir es kennen, freuen, werden viele der innovativen und erfolgreich etablierten Konzepte wohl auch weiterhin eine Rolle im Tagesgeschäft spielen. Natürlich soll dann auch der Verkaufsprozess modern ablaufen: unterstützt durch verlässliche, bargeld- und kontaktlose Bezahlsysteme. Moderne, dezentrale und mobile Bezahllösungen im girocard-System ermöglichen hier ganz neue Abläufe Wie wäre es beispielsweise, wenn Sie Ihre Kleidungsstücke während der Anprobe direkt in der Kabine mit dem Smartphone bezahlen und gleich anbehalten könnten? Gerade wenn es darum geht, über einen besseren Service Mehrwerte für den Kunden zu schaffen, eröffnet die Einbindung bargeld- und kontaktloser Bezahlangebote vielfältige Chancen.

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