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Digitale Spendenlösungen als Erfolgsmodell

Im Gespräch mit Superintendent Dr. Bertold Höcker aus Berlin

girocard oder Smartphone als Bargeld-Alternative bei der Kollekte? Im Kirchenkreis von Superintendent Dr. Bertold Höcker spendet bereits jeder Zweite digital. Im Interview berichtet er über das erfolgreiche Pilotprojekt.

Kirche

Foto: © Digital.Wolff, Plötz & Co GmbH

„Mit digitalen Spendenlösungen auf die Bedürfnisse der Menschen zugehen“

Mit der girocard oder dem Smartphone in den Gottesdienst? Im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte gehören digitale Kollekte- und Spendenlösungen ganz selbstverständlich zur gelebten Praxis. Ab 2019 fand hier in ausgewählten Gemeinden der Testlauf des patentierten digitalen Klingelbeutels statt, der gemeinsam mit der Berliner Firma Digital.Wolff, Plötz & Co GmbH entwickelt wurde. Seit dem Frühjahr 2020 ergänzen digitale Spendensäulen und die kollekte.app das bargeldlose Spendenangebot. Über seine Erfahrungen und die Herausforderungen bei der Einführung der digitalen Kollekte, den aktuellen Stand des Projekts sowie das große Interesse anderer Kirchengemeinden und Landeskirchen in ganz Deutschland an den technischen Lösungen berichtet Dr. Bertold Höcker, der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte.

Girocard

Dr. Bertold Höcker, Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte. Foto: © Martin Kirchner

Dr. Bertold Höcker ist seit November 2009 als Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte tätig. Als engagierter Reformer und Spezialist für die Verknüpfung von theologischen und ökonomischen Fragen fungiert der gebürtige Kieler zudem als Berater des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU). Darüber hinaus coacht der 62-Jährige regelmäßig Führungskräfte und befasst sich intensiv mit dem Themenfeld der Wirtschaftspsychologie.

Herr Dr. Höcker, seit Juli 2019 verantwortet Ihr Kirchenkreis die Entwicklung und Einführung von bargeldlosen Spendenlösungen wie dem digitalen Klingelbeutel. Welche Vorteile sehen Sie in der Nutzung der digitalen Angebote für die Spenden- und Kollektensammlung?

Mit unseren digitalen Spendenlösungen gehen wir als Kirche aktiv auf die Bedürfnisse der Menschen zu. Neben der klassischen Bargeld-Kollekte bieten wir unseren Gemeindemitgliedern und Gottesdienstbesuchern nun weitere Möglichkeiten an, ihre Spende zu geben und Gutes zu tun. Gerade in unserem Einzugsbereich mit zahlreichen touristischen Hotspots besuchen immer mehr Urlauber unsere Kirchen und Gottesdienste. Diese Gäste nutzen vielfach gar kein Bargeld, sondern nur noch elektronische Zahlungsmittel.

Ein weiterer Aspekt ist, dass es sich für uns immer schwieriger gestaltet, eine größere Menge an Münzen bei Banken einzuzahlen, und dass für die Einzahlung oft hohe Gebühren fällig werden. Darüber hinaus fällt für Münzkollekten ein erheblicher Verwaltungsaufwand an, sodass wir uns im Zuge der haushälterischen Bewirtschaftung unserer Kirchenfinanzen auch darüber Gedanken gemacht haben, wie wir die Vorteile der Digitalisierung besser in unserer Verwaltung nutzbar machen können.

Als erste Neuerung haben Sie den digitalen Klingelbeutel in drei Testgemeinden eingeführt. Wie haben Sie Ihre Gemeindemitglieder mit der neuen Technik vertraut gemacht?

Im Zuge der Vorstellung des digitalen Klingelbeutels haben wir gemeinsam mit der Firma Digital.Wolff sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet und unsere Gemeindemitglieder behutsam an die neue Technik herangeführt. Bei den Infoflyern und in den vielen Gesprächen war es uns zum Beispiel sehr wichtig, neben Fragen zur Bedienung auch gute Antworten auf Sicherheitsfragen geben zu können, um Vorbehalte und Ängste abzubauen. Daneben haben wir in den Abkündigungen unter dem Motto „Drehen – Drücken – Freuen“ den Klingelbeutel erklärt, während anwesende Vertreter der Herstellerfirma für Fragen zur Verfügung standen und unseren Gemeindemitgliedern am Anfang hilfreich zur Hand gegangen sind.

Ein hübscher Nebeneffekt: Während viele ältere Gemeindemitglieder am Anfang etwas skeptisch gegenüber digitalen Spenden- und Zahlungslösungen waren, haben sie in der Folge auch außerhalb des Gottesdienstes angefangen, mit der girocard zu bezahlen, etwa beim Bäcker und in anderen Geschäften.

Mit der Einführung der digitalen Kollekte waren natürlich noch weitere Schritte verbunden. So hat unser Verwaltungsamt mit der Firma Digital.Wolff die Abrechnungsmodalitäten im Detail entwickelt, alle dazugehörigen Prozesse über das digitale Kollektenbuch automatisiert. Mit der Einführung der digitalen Kollekte waren zudem einige Anpassungen beim Kirchenrecht im Rahmen der Kirchlichen Kollektenverordnung verbunden, die sich im Verlauf der Praxiseinführung ergeben haben.

So funktioniert der digitale Klingelbeutel

Der digitale Klingelbeutel ermöglicht zusätzlich zur herkömmlichen Kollekte bargeldlose Spenden. Neben allen NFC-fähigen Karten (zum Beispiel girocard oder Kreditkarte) unterstützt der digitale Klingelbeutel auch elektronische Geräte wie Smartphones oder Smartwatches, die für kontaktloses Bezahlen mittels Near Field Communication eingerichtet sind.

Was war Ihnen bei der Einführung der digitalen Kollekte wichtig?

Eine wesentliche Voraussetzung bei der Produktentwicklung und Einführung ist, dass sich digitale Spendenlösungen nahtlos in den Gottesdienstablauf einfügen lassen. Dazu eine kleine Anekdote: Am Anfang war das Interesse am digitalen Klingelbeutel so groß, dass ihn viele erst einmal ausgiebig begutachtet haben und plötzlich die Kollektenlieder zeitlich nicht mehr reichten, die während der Spendensammlung üblicherweise gesungen werden. Die anfängliche Neugier hat sich allerdings schnell gelegt, sodass es jetzt keine Verzögerungen mehr gibt.

Wie fällt die Resonanz auf die digitale Kollekte in Ihrem Kirchenkreis aus und bemerken Sie eine Veränderung im Spendenverhalten?

Wie bereits geschildert, gab es von Anfang an ein großes Interesse in den Gemeinden am digitalen Klingelbeutel, welches wir mit sehr viel Aufklärungsarbeit begleitet haben. Heute ist es so, dass die Hälfte unserer Gottesdienstbesucher gar kein Bargeld mehr dabeihat. Die Gemeinden, die zum Beispiel für jeden Gottesdienst kleine Gottesdiensthefte vorbereiten, drucken inzwischen schon einen Barcode auf, den Sie mit Ihrem Smartphone scannen können, um direkt über die kollekte.app Ihre Spende zu tätigen.

Durch die Erkenntnisse der Praxiseinführung des digitalen Klingelbeutels war uns allerdings schnell klar, dass der digitale Klingelbeutel als alleiniges Produkt nicht ausreicht. Insbesondere im Hinblick auf Kirchen, die auch außerhalb der Gottesdienstzeiten viele Besucher verzeichnen, sind die digitalen Spendensäulen ein Erfolgsmodell. Hinzu kommt die kollekte.app als digitale Kollektenmöglichkeit, die zum Beispiel auf Webseiten oder in Online-Gottesdiensten eingebunden werden kann und über die wir auch in der aktuellen Corona-Pandemie eine sehr große Bereitschaft registrieren, Menschen in Not mit einer digitalen Spende zu helfen. 

Mit der girocard in den Gottesdienst? Der digitale Klingelbeutel macht bargeldloses Spenden im Handumdrehen möglich.

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„Drehen – Drücken – Freuen“ – Unter diesem Motto ist der digitale Klingelbeutel im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte seit 2019 im Einsatz. Foto: © girocard
 

Inwieweit haben Sie mithilfe Ihrer digitalen Angebote die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Spendenaufkommen abfedern können?

Da es wegen des Lockdowns nur wenige Präsenzgottesdienste gibt und die Weitergabe kultischer Geräte verboten ist, wäre unser Spendenaufkommen ohne die neuen Spendensäulen und insbesondere ohne die digitale kollekte.app zusammengebrochen. In einer solchen Phase helfen uns Online-Spenden und Online-Kollekten sehr, gerade die finanzielle Hilfe für die großen Einrichtungen wie „Brot für die Welt“ nicht völlig einbrechen zu lassen. Insgesamt ist unser Spendenaufkommen nur um ein Drittel gesunken, da wir rechtzeitig die kollekte.app einbinden konnten. In vielen anderen Kirchen sind die Kollekten ohne die digitalen Spendenmöglichkeiten gegen Null gesunken. Entsprechend groß ist das Interesse an den technischen Lösungen, die wir mittlerweile im gesamten Kirchenkreis einsetzen.

Das bedeutet, dass wir die von Ihnen erfolgreich erprobten Produkte und Anwendungen auch bald außerhalb Ihres Kirchenkreises sehen werden?

Als Kirchenkreis unterstützen wir aktiv die Vermarktung und die weitere Einführung, zum Beispiel in unserer Landeskirche und den Nachbarlandeskirchen. Ich gehe davon aus, dass die Evangelische Kirche in Deutschland die in unserem Kirchenkreis erarbeiteten Lösungen zukünftig flächendeckend übernehmen wird. Hier stehen wir bereits im engen und fruchtbaren Austausch mit vielen Interessenten. Die digitalen Spendensäulen kommen beispielsweise bereits in Großkirchen wie der Dresdner Frauenkirche oder dem Berliner Dom zum Einsatz. Gute Kontakte bestehen übrigens auch in katholische Kirchenkreise, da unsere digitale Spendenlösung von der katholischen Seite mühelos übernommen werden kann. Wir hoffen, auch bald im Kölner Dom eine digitale Spendensäule aufstellen zu können, da hier vonseiten der Kirchenvertreter ein konkretes Interesse besteht.

Weitere Informationen zu den digitalen Kollekte- und Spendenlösungen finden Sie unter: https://digitalerklingelbeutel.de/.

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